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Kinder suchen nach Traditionen

Zwölf Klassen aus elf Schulen im Perimeter des Naturparks Gantrisch gestalten ein Quartettspiel. Dafür machten sie sich auf die Suche nach Traditionen in der Region.

Die 5.- und 6.-Klässler der Schule Riffenmatt wählten die Sujets für die Karten aus. Die Entscheidung fiel nicht immer leicht.
Die 5.- und 6.-Klässler der Schule Riffenmatt wählten die Sujets für die Karten aus. Die Entscheidung fiel nicht immer leicht.
Iris Andermatt
Anja Zbinden: «Wir haben intensiv diskutiert, welche Sujets wir für die Karten auswählen, und uns auf ein gemeinsames Resultat geeinigt.»
Anja Zbinden: «Wir haben intensiv diskutiert, welche Sujets wir für die Karten auswählen, und uns auf ein gemeinsames Resultat geeinigt.»
Iris Andermatt
Jan Lichtle: «Wir machten Interviews, etwa mit einer Klöpplerin, die ein altes, wenig bekanntes Handwerk betreibt. Es war schwierig, die Sujets auszuwählen.»
Jan Lichtle: «Wir machten Interviews, etwa mit einer Klöpplerin, die ein altes, wenig bekanntes Handwerk betreibt. Es war schwierig, die Sujets auszuwählen.»
Iris Andermatt
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«Iis» statt «eins» sagt man in Guggisberg. Dieser Dialekt ist eine von vier Karten zum Thema Sagen/Lieder/Dialekt des Quartettspiels «Gelebtes Kulturerbe Gantrisch.» Dazu und zu den Themen Volksfest, Sport, Brauchtum, Handwerk, Spezialitäten, Musik/Tanz/Theater und Natur haben 5.- und 6.-Klässler aus elf Schulen im Perimeter des Naturparks Gantrisch recherchiert und Interviews geführt. Zusammengekommen sind 70 Vorschläge für Quartettkarten, welche die Kinder selber ausgearbeitet haben.

Als Nächstes folgte der schwierige Teil der Aufgabe: Es galt, sich für acht Themen zu entscheiden und je vier Sujets pro Thema auszuwählen. Für diese Auslese sassen 20 Kinder aus Riffenmatt und Guggisberg einen ganzen Tag lang im Schloss Schwarzenburg.

Zusammen mit dem Projektteam Vreni Bürki, Katrin Rieder und Johannes Josi hatten sie am Ende eines langen Arbeitstages das Material für 32 Quartettkarten zusammengestellt. Die Vorgabe war, dass mindestens ein Sujet jeder Schule dabei sein muss. «Die Kinder arbeiteten sehr engagiert, suchten einen Konsens und hatten viel Disziplin», sagt Kulturvermittlerin Katrin Rieder.

Vermittlung von Kulturerbe

Das Quartett sei ein Resultat eines partizipativen Prozesses mit verschiedenen Organisationen und Trägern aus der Region, der auf kulturelle Teilhabe fokussiert, erklärt Katrin Rieder, die vom Kanton Bern beauftragt wurde, solche Projekte zur Vermittlung lebendiger Traditionen zu fördern. Dank finanzieller Unterstützung des kantonalen Amts für Kultur und dank verschiedenen Stiftungen kann das Projekt umgesetzt werden.

«Mit so einem Quartettspiel kann vieles ins Bewusstsein rücken, das vergessen wurde oder unbeachtet geblieben ist», ist Katrin Rieder überzeugt. Die Kinder hätten in ihren Dörfern und Weilern nach kulturellem Erbe gesucht und dieses gefunden, unter anderem einen Chor, der das Guggisbergerlied singt, oder den Hirten Klaus Zwahlen, der vom Alpabzug Nünenen erzählt.

Trägerschaft des Naturparks

Das Schulprojekt Quartett ist eine der Projektideen, für die die Arbeitsgruppe Kultur des Naturparks Gantrisch die Trägerschaft übernahm. Die Geschäftsstelle des Naturparks kümmerte sich um die Administration. Nach monatelanger Arbeit geht es nun in die Realisierungsphase.

Die Polygrafin Sonja Guggisberg wird die 32 Spielkarten grafisch gestalten. Sie werden noch vor den Sommerferien – auch in der Region – gedruckt, alle Teilnehmenden werden ein Set erhalten, beziehungsweise «iis», wie die Guggisberger zu sagen pflegen. Das neue Quartettspiel soll aber nicht nur die Menschen aus der Region aufklären und begeistern, sondern auch die Besucher und Besucherinnen des Naturparks Gantrisch.

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