Bern

Kicken wie in den Favelas

BernDer Berner Kay Eskes plant mit dem «Kick ­unger dr Brügg» ein urbanes Grümpelturnier. Nicht etwa auf piekfeinem Kunstrasen, sondern auf holprigem Sandplatz im Wylergut.

Ein Kick unter der Brücke: ­Grümpelturnier-Organisator Kay Eskes in sportlicher Pose auf dem Sandplatz im Wylergut.

Ein Kick unter der Brücke: ­Grümpelturnier-Organisator Kay Eskes in sportlicher Pose auf dem Sandplatz im Wylergut. Bild: Christian Pfander

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Platz ist leicht uneben und mit rotem Sand bedeckt. Die ­Tore sind wackelig und versprayt. Darüber führt eine Autobahnbrücke. Hier vor Ort wird klar, was Kay Eskes in seiner Mail mit «Fussballspielen im Favela-Style» meinte. Versteckt im Wald des Wylergutquartiers befinden sich die beiden Sandplätze, die auch in einem ärmlichen Vorort von São Paulo liegen könnten. Im Schatten des mächtigen Felsen­auviadukts soll am 17. Juni ein Grümpelturnier stattfinden.

Der Mann hinter der Idee jongliert jetzt ein paar Bälle auf dem holprigen Boden. Fürs Fotoshooting hat er sich seiner Bürokluft entledigt und ein Holland-Trikot übergezogen. «Ich bin quasi von Natur aus Holland-Fan», sagt Kay Eskes. Sein Vater stammt aus dem Land mit den vielen Dämmen und wenigen Fussballtiteln.

Integrationskraft Fussball

«Kick unger dr Brügg» nennt Eskes das urbane Grümpelturnier. Er und sein Kollege Lukas Schult­hess haben für den Plausch-Event extra einen Verein ins ­Leben gerufen. «Es ist ein Pilotprojekt», meint der 38-jährige Berner. Wenn das Turnier ein ­Erfolg wird, sollen weitere folgen.

12 Teams haben sich bislang angemeldet, das Ziel sind deren 16. Als Teilnahmepauschale sind 60 Franken pro Mannschaft festgelegt. Auch drei Schiedsrichter, die nicht zwingend über eine Lizenz verfügen müssen, werden noch gesucht. Eskes ist zuversichtlich, dass bis Mitte Juni das Teilnehmerfeld komplett sein wird. Schliesslich handle es sich nicht bloss um ein Fussballturnier, eher um einen «Summer-Event». Den ganzen Tag wird ­grilliert, ­Musik gespielt, und abends wird der WM-Knaller Schweiz - Brasilien auf Grossleinwand gezeigt.

Selbst die Integration soll nicht zu kurz kommen. Der Fussball gilt ja als eines der effizientesten Mittel, wenn es um die Integration von ausländischen Mitbürgern geht. Das weiss auch Eskes. Der Vater von Zwillingen möchte deshalb einen Startplatz für ein «Flüchtlingsteam» reservieren. Hierfür hat er eine Anfrage bei der Heilsarmee deponiert.

1000 Franken Preisgeld

Mit der Sponsorensuche ist ­Eskes, der auch beruflich im Sponsoringbereich tätig ist, ­zufrieden. Hauptpartner des Plauschturniers ist der Berner ­Getränkehersteller Bänz. Für das Preisgeld von 1000 Franken, die Bewirtschaftung sowie die Platz- und Clubhausmiete rechnet Eskes mit Kosten von rund 2500 Franken. «Die Rechnung wird plus/minus aufgehen», ist der Hobbyfussballer, der als Junior beim FC Belp kickte, überzeugt.

Das Fotoshooting ist vorbei, Kay Eskes schlüpft wieder in seine Alltagskleider. «Ich kenne die Sandplätze hier sehr gut», sagt der umtriebige Stadtberner, der seit sieben Jahren auch Auto­kino-Vorführungen in der Region organisiert. Kein Wunder, wohnt er doch im Wylergut unweit der beiden Sandplätze. Für ihn war sofort klar, dass er das Plauschturnier hier, auf den abgeschiedenen Sandplätzen des FC Wyler, durchführen möchte. «Dieser Ort hat einfach etwas Magisches», sagt er, steigt auf ­seinen Roller und entschwindet im Wald.

«Kick unger dr Brügg» am Sonntag, 17. Juni, auf den Sandplätzen ­Wylergut. Anmeldung und Infos auf www.kick-bern.ch. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.05.2018, 13:47 Uhr

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Blogs

Nachspielzeit Nations League mit Delikatesse

Wettermacher Der Name der Hose

Abo

Die ganze Region. Im Digital-Light Abo.

Die BZ Berner Zeitung digital im Web oder auf dem Smartphone nutzen. Für nur CHF 17.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Heftiges Wortgefecht: Ein palästinensischer Mann und ein israelischer Soldat geraten aneinander wegen der israelischen Order, eine Schule bei Nablus zu schliessen. (15. Oktober 2018)
(Bild: Mohamad Torokman) Mehr...