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Keine Übernahme – Alpar weist Skywork in die Schranken

Alpar, die Betreiberin des Flughafens Bern-Belp, bleibt unabhängig. Ihre zurzeit wichtigste Kundin, die Fluggesellschaft Skywork, muss sich mit einem Aktienanteil von maximal zehn Prozent begnügen.

Die Berner Airline Skywork und die Flughafen-Betreiberin Alpar wollen näher zusammenarbeiten.
Die Berner Airline Skywork und die Flughafen-Betreiberin Alpar wollen näher zusammenarbeiten.
zvg
Piloten und Kabinenpersonal von Skywork erhalten nur noch einen Teil ihres Lohnes als Fixum ausbezahlt, wird Mitte März 2013 publik. Nicht alle sind mit dem neuen Lohnsystem unzufrieden, ein Pilot meint gar, dass überraschend hohe Gehälter gezahlt wurde.
Piloten und Kabinenpersonal von Skywork erhalten nur noch einen Teil ihres Lohnes als Fixum ausbezahlt, wird Mitte März 2013 publik. Nicht alle sind mit dem neuen Lohnsystem unzufrieden, ein Pilot meint gar, dass überraschend hohe Gehälter gezahlt wurde.
Christian Pfander
Ab Ende 2010 investierte der Arzt und Rolex-Erbe Daniel Borer mehr als 40 Millionen Franken in die Berner Fluggesellschaft Skywork.
Ab Ende 2010 investierte der Arzt und Rolex-Erbe Daniel Borer mehr als 40 Millionen Franken in die Berner Fluggesellschaft Skywork.
Susanne Keller
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Die Berner Flughafen-Betreiberin Alpar bleibt unabhängig. Ende 2012 soll die Airline sogar eine Übernahme der Flughafen-Betreiberin erwogen haben. Ihre zurzeit wichtigste Kundin, die Fluggesellschaft Skywork, muss sich mit einem Aktienanteil von maximal zehn Prozent begnügen.

Darauf haben sich Vertreter beider Unternehmen in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe geeinigt. Diese war gebildet worden, nachdem Skywork letzten Herbst Unzufriedenheit mit den Konditionen am Flughafen Bern-Belp geäussert hatte. Sogar eine feindlichen Übernahme der Alpar stand zur Debatte.

Das ist nun vom Tisch. Alpar werde ein unabhängiger und verlässlicher Dienstleister für den Kanton Bern und die bernische Wirschaft bleiben, betonte der designierte Verwaltungsratspräsident Beat Brechbühl am Montag vor den Medien. Die Aktien-Mehrheit befinde sich im Besitz von Berner Unternehmern.

Der Anteil der Skywork, ihrer Mitarbeiter und Investoren wurde demnach auf zehn Prozent begrenzt. Ob sie je mehr besassen, liess Brechbühl auf Nachfrage offen. Das Aktienpaket der Swiss von 13 Prozent wurde auf verschiedene Ankeraktionäre der Alpar aufgeteilt, «welche die Strategie der Alpar unterstützen».

Die Flughafen-Betreiberin habe das Skywork-Wachstum nach Kräften unterstützt, stellte der scheidende Alpar-Verwaltungsratspräsident Fritz Grossniklaus fest. In der Arbeitsgruppe habe man sich deshalb auch darauf geeinigt, dass Verbesserungen am Flughafen gemeinsam angegangen würden. Dabei geht es etwa um Lounges, Büroräume und mehr Einkaufsmöglichkeiten.

«Wir dürfen unsere Existenz aber nicht vom wirtschaftlichen Erfolg einer Airline abhängig machen», betonte Grossniklaus. Schliesslich gebe es noch andere Flughafen-Nutzer wie Helvetic Airways, die General Aviation, die Flugschulen, den Lufttransportdienst des Bundes und die Rega.

Das von Skywork im Dezember bemühte Bild, Airline und Flughafen seien wie siamesische Zwillinge, wies Grossniklaus zurück. Wenn dem so wäre, «könnten wir uns nur gemeinsam bewegen». Doch Alpar sei immer unabhängig gewesen, sonst gäbe es das Unternehmen schon lange nicht mehr.

Skywork spart

Skywork ist in den letzten zwei Jahren rasant gewachsen. 2012 konnte die Airline mit 212'000 Fluggästen die Passagierzahlen mehr als verdoppeln. Die durchschnittliche Auslastung stieg von 50 auf 55 Prozent.

Private Investoren hätten das rasante Wachstum mit ihren Millionen ermöglicht, das verdiene Respekt, sagte Grossniklaus. Doch es sei klar, dass ein Unternehmen nicht ewig von Sponsoring abhängig sein könne. «Das ist vielleicht bei einem Fussballklub möglich, aber nicht bei einer Airline.»

Lohnverzicht von 10 Prozent und mehr

Skywork schreibt nach wie vor rote Zahlen und hat deshalb ein Sparprogramm eingeleitet. Daran sollen sich bekanntlich auch die 185 Angestellten beteiligen, indem sie auf einen Teil ihres Lohns verzichten. Dabei geht es je nach Mitarbeiter um 10 Prozent oder etwas mehr, wie Skywork-Chef Tomislav Lang auf Anfrage sagte.

Die Aufforderung der Gewerkschaft Unia, Verhandlungen über einen Gesamtarbeitsvertrag aufzunehmen, nahm Lang kommentarlos «zur Kenntnis». Zugleich kündigte er die Bildung einer Personalkommission an.

Im übrigen sei klar, dass mittel- und langfristig wieder höhere Löhne möglich seien. Voraussetzung dafür sei, dass sich das Umfeld verbessere und die Airline ihre Ziele erreiche.

Babyspeck aus der Startphase abtrainieren

Der bisherige Investor Daniel Borer - der sein Engagement bekanntlich auf 50 Mio Fr begrenzte - hielt fest, die rasante Wachstumsphase bei Skywork sei nötig gewesen, um sich am Markt zu positionieren. Nun brauche es eine Phase der Konsolidierung. Dazu gehöre auch, dass man den «Babyspeck» aus der Startphase abtrainiere.

Das Ziel bleibe, dass die Airline 2013 oder Anfang 2014 die Gewinnschwelle erreiche. Die Finanzierung sei aber auf jeden Fall gesichert, betonte er. Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, «braucht es auch die Unterstützung der Bernerinnen und Berner. Fliegen Sie um Gotteswillen ab Bern!»

SDA/tag

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