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Keine Einigung im Fall «Tot-Raser» gegen «Blick»

Der Mann, der verdächtigt wird, im November 2011 in Worb auf einem Fussgängerstreifen einen Knaben angefahren und tödlich verletzt zu haben, wird nun definitiv den «Blick» einklagen.

An dieser Kreuzung in Worb BE wurde im November 2011 ein Kind überfahren. Der Knabe starb daraufhin im Spital.
An dieser Kreuzung in Worb BE wurde im November 2011 ein Kind überfahren. Der Knabe starb daraufhin im Spital.
Walter Pfäffli

Wie aus den vom angeblichen Unfallverursacher der Nachrichtenagentur sda zugesandten Verhandlungsprotokoll hervorgeht, kam es vor der Schlichtungsbehörde Bern-Mittelland nicht zu Vergleichsgesprächen. Die Behörde erteilte in der Folge dem Kläger die Berechtigung, beim zuständigen Gericht eine Klage einzureichen.

Das will der vom «Blick» seinerzeit als «Tot-Raser» betitelte Mann nun tun, wie er mitteilte. Er macht durch die damalige Berichterstattung des «Blick» eine Persönlichkeitsverletzung geltend und will als Entschädigung eine richterlich zu bestimmenden Betrag. Auch sei der «Blick» zu verurteilen, die Berichte über ihn aus seiner Datenbank zu löschen.

Ein Sprecher der «Blick«-Herausgeberin Ringier sagte auf Anfrage, derzeit mache das Unternehmen keine Aussagen zu diesem Fall. Er verwies darauf, dass das Verfahren gegen den Kläger im Zusammenhang mit dem Unfall von Worb noch läuft. Vor der Schlichtungsbehörde in Bern forderte der Ringier-Anwalt Abweisung der Klage.

Die Berner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Ermittlungen gegen den über 70-jährigen Mann im Sommer abgeschlossen werden. Das sagte ihr Sprecher Christof Scheurer auf Anfrage. Noch ausstehend ist ein technisches Gutachten des deutschen Bundeskriminalamts. Scheurer bestätigte eine entsprechende Meldung der «Berner Zeitung».

Die Staatsanwaltschaft gab im Dezember 2011 bei der Entlassung des Mannes aus Untersuchungshaft bekannt, vorbehältlich der noch ausstehenden technischen Auswertung werde sie Anklage wegen fahrlässiger Tötung erheben.

Der Berner bestreitet, für den tödlichen Unfall von Worb verantwortlich zu sein. Am vergangenen Sonntag hatte er seine Klage wegen angeblicher Persönlichkeitsverletzung gegen den «Blick» publik gemacht.

SDA/mas

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