Kehrt nun Ruhe ein?

Frienisberg

Das Image des Wohn- und Pflegeheims Frienisberg ist angekratzt. Am Donnerstag wurde der Direktor entlassen.

Das Wohn- und Pflegeheim Frienisberg hat derzeit mit Negativschlagzeilen zu kämpfen (Archivbild).<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

Das Wohn- und Pflegeheim Frienisberg hat derzeit mit Negativschlagzeilen zu kämpfen (Archivbild).

(Bild: zvg)

Während sechs Jahren amtete Paul Hirsiger als Direktor des Wohn- und Pflegeheims Frienisberg. Es wird kein siebtes geben. Hirsiger erhielt die Kündigung, der Verwaltungsrat stellte ihn per sofort frei. Der entlassene Direktor und sein Wohn- und Pflegeheim standen bereits mehrfach in der Kritik. So sollte das Heim für 30 bis 40 Millionen Franken umgebaut werden.

Der Baustart verzögerte sich aber um knapp zwei Jahre, da die Heimleitung mit den Architekten des Siegerprojekts «keine Vertrauensebene» aufbauen konnte. Es werde wohl juristische Diskussionen geben, sagte Hirsiger damals. Und: Durch die Verzögerung und die Neuerarbeitung des Projekts würden die Kosten des Ausbaus steigen.

Das war nicht die einzige Negativschlagzeile um das Wohn- und Pflegeheim. Mehrmals machten happige Vorwürfe die Runde. An­gehörige von Heimbewohnern und ehemalige Mitarbeitende ­berichteten über angebliche Mobbingvorfälle, unberechtigte Kündigungen und über eine überdurchschnittliche Personalfluktuation im Kaderbereich.

Vor allem die fristlose Freistellung einer Bereichsleiterin, die zum Zeitpunkt der Entlassung erst ein Jahr lang im Amt war, sorgte 2015 für grosse Entrüstung. «Sie hätte meine Stellvertreterin werden sollen. Wenn es aber nicht harmoniert, muss man sich trennen. Es geht um das Wohl der Bewohner», nahm Hirsiger damals ­Stellung.

Die Betreuung stimmt

Nun befindet sich Hirsiger in derselben Situation wie die zwei Architekten und die entlassene Bereichsleiterin: Eine sofortige Freistellung zeugt kaum von Harmonie oder einer Vertrauensebene. Auf die Frage, ob die Kündigung mit den angesprochenen Vorfällen zu tun habe, antwortet Verwaltungsratspräsident Hanspeter Heimberg nicht. Stattdessen hebt er die Leistungen von Hirsiger hervor: «Beim komplexen Bauprojekt war Paul Hirsiger sehr engagiert.» Nun wird Barbara Bohli interimistisch die Heimleitung übernehmen.

Vor knapp einem Jahr sagte Andrea Hornung, Abteilungsleiterin Alter im kantonalen Alters- und Behindertenamt, ihr Amt gehe Informationen über Mängel in der Betreuung nach. Ein Jahr später kann sie beruhigen: «Wir haben das Heim überprüft und dabei keine Mängel festgestellt, die ein Einschreiten der Aufsichtsbehörde notwendig gemacht hätten.» Eine beruhigende Nachricht von einem Heim, das oft genug in der Kritik stand.

Bieler Tagblatt

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