Katerjassen ohne Kater

Wabern

Beim Katerjassen in der Villa Bernau waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erstaunlich fit.

Hoffen auf gute Karten im neuen Jahr: Katerjassen in der Villa Bernau.

Hoffen auf gute Karten im neuen Jahr: Katerjassen in der Villa Bernau.

(Bild: Enrique Muñoz García)

Wer am 1. Januar den Kater auskuriert hatte, konnte sich am Mittwoch in der Villa Bernau in Wabern zum Katerjassen treffen. So begrüssten 20 Kartenspielerinnen und -spieler von Wabern bis Schliern das neue Jahr fröhlich mit diesem urschweizerischen Zeitvertreib. Organisiert hatten das Turnier Julia und Christian Métraux (58, 62). Beide sind erfahrene Jasser und kamen zum Neujahrsjassen immer in die Bernau. Als die vorherigen Organisatoren vor zehn Jahren Nachfolger suchten, sprangen sie ein. «Jassen ist cool», findet Christian Métraux. Für ihn ist das Kartenspiel mal beruhigender Automatismus, mal volle Konzentration, vor allem aber gesellig.

Die erstaunlich katerfreien Kartenspieler geniessen die entspannte Atmosphäre und finden sich zu munter plaudernden Grüppchen zusammen, bevor die Turnierpaare ausgelost werden. Die Stimmung ist herzlich und familiär, ein guter Mix aus Stammkunden und Neu-Katerjassern. Gemeinsam ist den meisten von ihnen, dass sie Jassregeln und Zählweise schon im Kindesalter verinnerlicht haben.

Christan Métraux etwa erinnert sich an ein Skilager als Schulkind, wo ihn jemand fragte: «Ey, spielst du Karten?» – und die Jassliebe begann. Reto Aebischer (37) ist ebenfalls mit dem Jassen aufgewachsen und hat vor allem in der RS viel gespielt. Nach einer Zeit ohne Kartenspiel hat er nun sogar eine eigene Jassgruppe, die sich zweimal im Monat trifft. «Mir gefallen die Herausforderung und das Zusammensein mit anderen», sagt er. Aebischer gehört zur fitten Sorte und stand an Neujahr auf den Skiern. Auch bei Samuel Métraux (29) ist «der Kater schon durch». Er ist zum ersten Mal da, weil seine Eltern das Jassen organisieren, und bezeichnet sich nicht als Experten. Trotzdem zückt er die Karten wie ein Profi.

Bedingung für das Katerjassen war, dass alle einen Preis für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Wert von höchstens 10 Franken mitbringen. Hier fand sich alles von Weihnachtsplätzchen über Anti-Stress-Aromaöl bis hin zu Salami, Prosecco und ein paar Swisslos-Losen.

Im Laufe des Turniers wird die Stimmung immer gelöster, und nach jedem Duell wird gelacht und gewitzelt. Überwiegend sind es Jungsenioren, welche sich zum Katerjassen eingefunden haben, sie haben gegenüber den Jüngeren jedoch den Vorteil der lebenslangen Jasserfahrung auf ihrer Seite. Nach ihrem Turnier sitzen die Jasser noch gemütlich beisammen und lassen sich Pizza liefern. Hauptsache, zusammen Freude haben – das ist das Fazit, das alle Jasser ziehen. Und das ist doch ein schöner Vorsatz für 2019.

Berner Zeitung

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