Kassierte Züri West Fördergeld?

Der Auftritt von Züri West an einer Beamtenparty sei mit 10'000 Franken aus dem städtischen Kulturfördertopf bezahlt worden, sagt Henri Beuchat. Die Stadt hatte dem SVP-Stadtrat zuvor Akteneinsicht gewährt.

<b>Ende Januar spielten Züri West</b> an einer Beamtenparty der Stadt Bern. Hat die Band dafür Fördergeld kassiert? (Bild: Züri West während ihres Auftritts am letztjährigen Seaside-Festival in Spiez.)

Ende Januar spielten Züri West an einer Beamtenparty der Stadt Bern. Hat die Band dafür Fördergeld kassiert? (Bild: Züri West während ihres Auftritts am letztjährigen Seaside-Festival in Spiez.)

(Bild: Raffael Thielmann)

Benjamin Bitoun

Die Posse um die 26'000 Franken teure Abschiedsparty eines Chefbeamten von Kultur Stadt Bern geht möglicherweise in eine weitere Runde: Noch im März schrieb der Gemeinderat in seiner Antwort auf eine kleine Anfrage von Stadtrat Henri-Charles Beuchat und Alexander Feuz (beide SVP), Züri West habe für den viel kritisierten Auftritt keine Gage kassiert. 10'000 Franken seien aber für die Miete des Equipments und die Abgeltung der Crew bezahlt worden.

Stimmt so nicht, sagt jetzt Stadtrat Beuchat, nachdem die Stadt ihm Einsicht in entsprechende Unterlagen zur Party gewährt hatte. In Wahrheit sei der Auftritt von Züri West über Kulturförderbeiträge bezahlt worden. Diese seien der Band von Veronica Schaller, der Chefin von Kultur Stadt Bern, für einen Auftritt an der Party in Aussicht gestellt worden.

«Gemäss den Unterlagen hat Züri West dann tatsächlich ein Unterstützungsgesuch über 14'000 Franken eingereicht», sagt Beuchat. Schaller persönlich habe der Band daraufhin 10'000 Franken bewilligt, so Beuchat.

Es sei höchst irritierend, dass der Auftritt einer der renommiertesten Schweizer Bands mit Unterstützungsgeldern bezahlt worden sei, die eigentlich zur Förderung von jungen, unbekannten Künstlern gedacht seien, findet der SVP-Stadtrat.

Beim Blick auf die Kostenaufstellung zur Abschiedsparty fällt zudem auf: Schaller selbst hat die Differenz von 4000 Franken bei den Auftrittskosten beglichen. Warum sie das tat, ist unklar – weder Schaller noch der Berner Gemeinderat waren am Freitagabend noch für eine Stellungnahme erreichbar.

Berner Zeitung

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