Hinterkappelen

Kappelenbrücke gerät aus den Fugen

HinterkappelenDie ­Betonplatten unter der ­Fahrbahn der Kappelenbrücke sind beschädigt. Bis auf weiteres gilt deshalb Tempo 50 statt 80. Der Kanton bereitet jetzt die ­Sanierung vor.

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Die Schäden sind gut versteckt. «Unter dem Belag», wie es auf den orangen Tafeln auf beiden Seiten der Kappelenbrücke geschrieben steht. Man muss schon genau hinschauen, dass man die vielen kleinen Risse im Strassenbelag entdeckt, quer und längs der Fahrtrichtung. Konsequenz dieser Schäden: Bis auf weiteres hat das Tiefbauamt des Kantons Bern auf der Kappelenbrücke Höchsttempo 50 statt 80 verfügt. Bis etwa im Herbst 2018.

Die Fahrbahn befindet sich auf Betonplatten, die auf dem Brückentrog aufliegen. «Die Fugen zwischen den einzelnen Elementen sind beschädigt und ­dadurch undicht», sagt Adrian Gugger, stellvertretender Kreisoberingenieur. Die eingedrungene Feuchtigkeit und die tiefen Temperaturen der letzten Wochen und Monaten haben zu Frostschäden ­geführt.

Korrodierte Armierungseisen in den Betonplatten haben diese Entwicklung noch beschleunigt. Es sind nicht nur punktuelle Schäden. Es sei aber nur die Fahrbahn betroffen, betont Adrian Gugger. Das haben Untersuchungen an verschiedenen Stellen ergeben. Die Brücke selber sei in einem einwandfreien Zustand.

Geringere Kräfte

Als Sofortmassnahme hat das Tiefbauamt nun die Temporeduktion verfügt. Von den lang­samer fahrenden Fahrzeugen wirken geringere Kräfte auf die kleinen Unebenheiten, erklärt Gugger. Weitere Massnahmen wie etwa eine Gewichtslimite sind nicht vorgesehen, zumal dieser Strassenabschnitt keine häufige Route für Schwertransporte ist. Die Risse im Strassenbelag werden beobachtet.

Der Kanton arbeitet nun unter Hochdruck ein Konzept aus, um die Fahrbahn instand zu stellen. Es werde eine Totalsanierung geben, sagt Gugger. Die Schäden seien überraschend aufgetreten. Bei den regelmässigen Kontrollen an der Brücke habe nichts darauf hingewiesen.

Deshalb gibt es auch kein Vorprojekt, auf das man zurückgreifen kann. Adrian Gugger kann noch nicht sagen, wie die Sanierung konkret aussehen wird. «Das Ziel wird es sein, die Arbeiten unter Verkehr durchzuführen und eine längere Totalsperrung zu vermeiden.» Etwa für den Belageinbau würden aber kurze Sperrungen unumgänglich sein.

Ebenfalls über die Höhe der Kosten kann Gugger noch keine Angaben machen. Das Geld kommt aus dem Topf für den Strassenunterhalt und gilt quasi als gebundene Ausgabe. Trotzdem muss je nach Höhe des Gesamtbetrags der Kredit durch die Direktion genehmigt werden.

Bis zum Herbst 2018 werde die Totalsanierung sicher abgeschlossen sein, sagt Adrian Gugger. Ob sie noch in diesem oder erst im nächsten Jahr beginnt, hänge vom Projekt selber und der Submission ab. Am Schluss der Sanierung wird auch entschieden, welche Höchstgeschwindigkeit in Zukunft auf der Kappelenbrücke gelten wird.

Ein Anwohner hat sich schon seine Gedanken gemacht. Die ­aktuell geltende Temporeduktion hat nämlich einen positiven Nebeneffekt. Die Lärmbelastung für die Anwohner ist gesunken, wie einem Leserbrief von Werner Flückiger zu entnehmen ist. Zwei bis drei Sekunden mehr für den Verkehr und viel mehr Lebensqualität für ein paar Hundert Anwohner, dankt der Leserbriefschreiber.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 18.05.2017, 18:00 Uhr

Eine neue Leitung?

Nicht direkt involviert in die Instandstellung der Kappelenbrücke ist die Gemeinde Wohlen. Sie hat laut Gemeindepräsident Bänz Müller (SP plus) aber mit dem Kanton Kontakt im Hinblick auf die Sanierung aufgenommen.

Denn in der Brücke verlaufen verschiedene Leitungen, die im gleichen Zug saniert werden könnten. Müller denkt an eine neue Abwasserleitung, die im Rahmen der Bauarbeiten verlegt werden könnte. Denn Wohlen wird die ARA Ey in Hinterkappelen mittelfristig ausser Betrieb nehmen und sich an die ARA ­Region Bern anschliessen. Dazu ist eine Verbindungsleitung in den geplanten Entlastungsstollen von Bern-West zur ARA Neubrück vorgesehen, möglicherweise über die Kappelenbrücke.

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