Kapo Bern will keinen direkten Amokalarm

Bern

Bei einem Notfall an einer Berner Schule müssen Lehrpersonen trotz Alarmgerät die Polizei telefonisch informieren. Das soll auch so bleiben.

Dutzende Einsatzkräfte waren beim Schulhaus Schwabgut im Einsatz. Die Polizei sprach von einem Fehlalarm.

Dutzende Einsatzkräfte waren beim Schulhaus Schwabgut im Einsatz. Die Polizei sprach von einem Fehlalarm.

(Bild: Jürg Spori)

Es war eine Premiere, als Mitte Februar der Amokalarm an einer Berner Schule ausgelöst wurde. Die Lehrerschaft des Schulhauses Schwabgut alarmierte die Polizei, welche ihrerseits sofort ausrückte.

Die BDP-Stadträte Philip Kohli und Lionel Gaudy reichten daraufhin eine Motion im Parlament ein. Darin forderten sie den Gemeinderat auf, dafür zu sorgen, dass im Notfall die Polizei automatisch via Amokalarm statt per Telefon alarmiert wird. Bis jetzt werden die Lehrpersonen angewiesen, im Ereignisfall den internen Alarm auszulösen und dann zusätzlich die Polizei telefonisch zu kontaktieren.

Polizei lehnt Vorschlag ab

Auch das Schulamt wünschte ursprünglich, dass der Amokalarm von den Alarmhandys der Schulen direkt zur Einsatzzentrale der Kantonspolizei Bern geleitet wird, schreibt der Gemeinderat in seiner Antwort auf den Vorstoss. Dies wurde aber von der Polizei nicht empfohlen. Deshalb sei an einem Debriefing nach dem Vorfall im Schulhaus Schwabgut die Frage diskutiert worden, ob der Alarm künftig direkt an die Polizei geleitet werden sollte.

Die Kantonspolizei wird in der Vorstossantwort des Gemeinderats direkt zitiert: «Die Kantonspolizei Bern nimmt nach wie vor die Haltung ein, dass die Übermittlung eines Alarms nicht elektronisch, sondern durch eine Person auf die Einsatzzentrale der Polizei übermittelt werden soll.» Da mittels Auslösen eines Alarmknopfs kein persönlicher Kontakt hergestellt werde, fehle der Polizei dadurch ein Ansprechpartner, welcher detailliertere Angaben machen könne, schreibt die Kantonspolizei. Sie lehnt deshalb den Vorschlag ab.

In seiner Antwort hält der Gemeinderat fest, dass die Alarmierung an den Schulen in seiner Kompetenz liege. Das heutige Alarmsystem müsse ohnehin angepasst werden, auch würden alternative Systeme geprüft.

Wie diese Zeitung berichtete, läuft ein Grossteil der Alarmierungsgeräte über den veralteten 2G-Netzwerkstandard. Dieser Standard wird Ende 2018 respektive 2020 eingestellt.

ehi

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt