Kanton Bern kritisiert Ende des direkten TGV nach Paris

Bern

Mit dem Fahrplanwechsel 2020 fällt die direkte TGV-Verbindung von Bern nach Paris weg. Der Berner Regierungsrat fordert die SBB auf, den letzten direkten TGV nach Paris beizubehalten.

Ab 2020 müssen Passagiere, die mit dem TGV nach Paris reisen wollen, in Basel umsteigen.

Ab 2020 müssen Passagiere, die mit dem TGV nach Paris reisen wollen, in Basel umsteigen.

(Bild: Keystone Georgios Kefalas)

Stefan von Bergen@StefanvonBergen

Alles wird besser. Mit dem neuen SBB-Bahnfahrplan erhöht sich ab 2020 die Kapazität der Direktzüge in Frankreichs Me­tropole Paris um 30 Prozent – auf 507 Sitzplätze in neuen TGV-Doppelstockzügen. Für Stadt und Kanton Bern aber ist diese Steigerung mit einer Enttäuschung verbunden. Der letzte direkte TGV nach Paris, täglich 11.10 Uhr ab Bern, wird nämlich gestrichen. Bernerinnen und Berner müssen künftig bei allen TGV-Verbindungen in Basel umsteigen. Überdies dauert die Fahrt 30 Minuten länger.

Der Berner Kantonsregierung ist diese Nachricht Anlass genug für eine Medienmitteilung. Man bedaure den Entscheid der SBB. Umso mehr, als die Bahnverbindung von Interlaken und Bern nach Paris für den Tourismus «von grosser Bedeutung» sei. Auch die Interessengemeinschaft Öffentlicher Verkehr Bern kritisiert die Streichung. Die Jungfreisinnigen Bern sprechen gar von einem «grossen Schlag für den Standort Bern».

Der Berner Bau-, Verkehrs- und Energiedirektor Christoph Neuhaus (SVP) erklärt auf An­frage, man sei bei den SBB vorstellig geworden, um über die Wiedereinführung der Direktverbindung zu reden. Ist der Verlust wirklich so einschneidend? «Wenn sie mehr umsteigen und länger warten müssen, wechseln Passagiere von der umweltfreundlichen Bahn auf andere Verkehrsmittel», begründet Neuhaus die Initiative der Kantonsregierung.

Der Verkehrsdirektor räumt auch «symbolische Gründe» für die Klage ein. Bis zum Fahrplanwechsel vom Dezember 2013 gab es noch tägliche TGV-Direktverbindungen von Bern nach Paris via Neuenburg und durch den Jura. Dafür, die kurvenreiche Strecke fit für TGV zu machen, wurde etwa der Rosshäuserntunnel geplant. Weil sie defizitär war, wurde die Linie dennoch eingestellt. Seit Ende 2013 fährt der TGV von Bern via Basel nach Paris. Ab 2020 meiden die schnittigen Hochgeschwindigkeitszüge den Berner Bahnhof ganz.

Berner Zeitung

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