Köniz

Könizer Kandidierende zeigen Stacheln

KönizLetztes Aufeinandertreffen der Kandidierenden für das Könizer Gemeindepräsidium vor der Wahl: Brönnimann teilt aus, Berlinger spricht von Hickhack, und Kohler bekommt Schweissausbrüche.

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Am Zentrumsplatz in Köniz, wo die Grossverteiler zu Hause sind, gibt es gerade Blumen in Aktion zu kaufen. Chrysanthemen und Hornveilchen, Calluna und Erika, mal 20 Prozent, mal 30 Prozent, ein Schnäppchen. Ein paar Schritte weiter, im ersten Untergeschoss des Gemeindehauses, lautet am Donnerstagabend die Frage: Wer blüht auf? Wer verkauft sich am besten? Wer geht vielleicht gar ein?

Die drei Kandidierenden für das Könizer Gemeindepräsidium treffen sich auf Einladung der Berner Zeitung zum Showdown. Annemarie Berlinger (SP), Thomas Brönnimann (GLP) und Hans-Peter Kohler (FDP) wollen in neun Tagen gewählt werden.

Angriffe auf die anderen

Zuerst geht es aber darum: Wer zeigt am meisten Stacheln? Brönnimann wirft Berlinger Dünnhäutigkeit vor. «Sie müsste erst noch ins Amt reinwachsen, wenn sie mal den Kopf hinhalten muss.» Kohler wiederum verhalte sich so «professoral», dass ihn auch als Grossrat die Meinungen eines Regierungsrats nicht interessierten.

Kohler sagt über Berlinger, sie sei zu links, ein «Gutmensch», für sie wachse das Geld an den Bäumen. Brönnimann ist ihm zu grün, «er politisiert an einem Ort, der für die Gemeinde nicht wirklich gut ist».

Berlinger schliesslich ortete die grössten Minuspunkte ihrer Kontrahenten darin, dass sie nicht Juristen sind, und nimmt Bezug auf die laufende Diskussion: «Bei diesem Hickhack braucht es jemanden, der vermitteln kann.» Berlinger ist auch Mediatorin.

Welche Qualifikationen braucht es für das Amt des Gemeindepräsidenten, fragt Moderator Stephan Künzi, Redaktor dieser Zeitung. Die Antwort ist klar: Die eigenen. Brönnimann hat eine Schulkommission geleitet und «Krisensituationen erfolgreich gemeistert».

Berlinger kann als Juristin «strukturiert denken», und Kohler hat im Grossen Rat «politische Erfahrung» gesammelt und gelernt, «wie Köniz funktioniert». Führungserfahrung haben sie alle, vom Job, von der Politik und überhaupt.

Visionen und Horrorvisionen

Es ist was los im Gemeindehaus. Die Diskussion ist lebendig und wird dadurch befeuert, dass unter den 50 Zuhörern ein Hitzkopf sitzt. Auf dem Podium teilen die beiden Männer gerne aus, Berlinger muss oft einstecken. Welche Visionen sie für die Gemeinde hat? Köniz brauche einen Altersbeauftragen, dürfe nicht mehr viele Schulden machen.

Kohler ist als Einziger gegen eine Steuererhöhung, «das ist traurig», sagt er. Aber da kommt auch er in Bedrängnis. Brönnimann zählt auf, für was alles Kohler gerne Geld ausgeben möchte, 20 Millionen Franken für die «Spange» etwa. «Das muss dann alles auch finanziert werden.» Brönnimann selbst möchte, dass die Finanzen ins Lot kommen, «darum bin ich für eine Steuererhöhung».

Was sonst noch? Annemarie Berlinger findet, dass Köniz gegenüber Bern selbstbewusst auftreten könne. Eine Fusion? Vielleicht irgendwann mal. Thomas Brönnimann findet Köniz nicht zu klein, er gehörte einst dem Verein «Bern neu gründen» an, trat aber aus, «als es nur noch um die Fusion ging».

Und Hans-Peter Kohler? Er ­bekommt Schweissausbrüche, nicht vom Velofahren, sondern beim Gedanke an die Velooffensive von «Frau Wyss» und eine Fusion mit Bern. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.10.2017, 22:25 Uhr

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