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Juso-Präsidentin will zusätzlichen Feiertag für Frauen

Bei städtischen Angestellten besteht ein unerklärlicher Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern. Mit einem zusätzlichen freien Tag für Frauen will Juso-Präsidentin Tamara Funiciello dagegen ankämpfen.

Setzt sich für Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen ein: Tamara Funiciello, Präsidentin der Juso.
Setzt sich für Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen ein: Tamara Funiciello, Präsidentin der Juso.
Keystone

Seit über 40 Jahren wird in der Schweiz für Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern gekämpft. Bisher schaute allerdings nur wenig Fruchtbares heraus - und so drängt sich das Problem immer wieder in den Vordergrund. Nun will die Juso und vor allem ihre Präsidentin, Tamara Funiciello, handeln.

In der städtischen Verwaltung besteht laut aktuellen Zahlen des Bundes eine Lohnungleichheit von 1,7 Prozent zwischen den beiden Geschlechtern. «Es handelt sich dabei um eine unerklärliche Lohnungleichheit, die einzig damit zu erklären ist, dass Frauen eben Frauen sind und nicht Männer», erklärt Funiciello auf Anfrage. Dagegen müsse man anwirken. Mit einem zusätzlichen Feiertag für städtische Angestellte will die Juso ein Zeichen setzen und eine «Entschädigung» für Frauen schaffen. Eine entsprechende Motion hat Funiciello im Berner Stadtrat eingereicht. Auch die Alternative Linke und die Grüne Freie Liste unterstützt den Antrag.

Städtische Angestellte würden profitieren

Allerdings würden dabei lediglich städtische Angestellte wie beispielsweise ÖV-Mitarbeiterinnen, Kita-Angestellte oder Pflegerinnen profitieren. «Die Feiertage sind nur kantonal einführbar. Man muss dort wirken, wo man kann», führt Funiciello weiter aus. Sie seien also rechtlich eingeschränkt. Die 27-jährige hofft aber auf eine Art Kettenwirkung, damit auch andere Bereiche reagieren würden.

Als internationaler Frauentag eignet sich der 8. März für Funiciello bestens als besagten Feiertag, wie blick.ch berichtet. Die Berner Verwaltung habe noch kein Statement abgegeben, da die Motion noch nicht alt sei, meint die Bernerin und fügt an, dass nächstens sowohl eine Äusserung folgen würde als auch ein Monitoring mit den neusten Zahlen zu den Entwicklungen bezüglich der Lohnunterschiede.

Schweizweite Vorstösse geplant

Ob es das erste Projekt dieser Art sei? Man kämpfe seit 40 Jahren für Lohngleichheit, regt sich Funiciello auf. «Man merkt aufgrund der Reaktionen, dass es dringend nötig ist, darauf aufmerksam zu machen und dafür zu kämpfen. Nicht nur Frauen, aber auch Familien leiden darunter, dass Arbeitgeber weniger tief in die Tasche greifen und die Kohle sparen.» Die JUSO sei bereit, für die Lohngleichheit zu kämpfen.

Nicht nur die Stadt Bern soll von dem Projekt profitieren können. Schweizweit seien ähnliche Vorstösse geplant. In mehreren grossen Städten soll damit gegen die Lohnungerechtigkeit angekämpft werden.

Erste Reaktionen seien wie erwartet ausgefallen. Auf der einen Seite befänden sich jene Gruppe von Menschen, die das Ganze als überrissen betiteln; es existiere aber doch auch eine grosse Resonanz von Personen, die den Handlungsbedarf sehen und das Projekt unterstützen.

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