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Juso verärgert die Post mit Abzocker-Kampagne

Ein A-Post-Brief für 56 Franken? Seit Dienstag weist die Juso an 200 gelben Briefkästen in der Region Bern auf ihre Abzocker-Kampagne hin. Die Post reagiert verärgert.

Die Schilder wirken auf den ersten Blick echt, sind aber ein Polit-Gag: Die Mitglieder der zwei Juso-Regionalsektionen Stadt Bern und Wohlen platzierten gestern Morgen in der Region Bern übergrosse Briefmarken auf den gelben Einwurfkästen der Post. Ähnliche Aktionen lancierten andere Ortsparteien in der ganzen Schweiz.

Die Juso will damit auf ihre Abzocker-Kampagne hinweisen. Das eine der beiden nachgebildeten Wertzeichen ist mit Fr.56.– angeschrieben, das andere mit Fr.47.60. Dies seien ab Neujahr die neuen A- und B-Post-Tarife, liest man auf den vermeintlich offiziellen Schildern. Die Juso möchte damit deutlich machen, wie viel Schweizer Topmanager verdienen: 56-mal mehr als ihre Angestellten mit den kleinsten Löhnen.

Wieder ablösbar

Die Mammut-Briefmarken samt Info-Text sehen wie Kleber aus, sind es aber nicht: Sie sind zwar aus Plastik, haben aber auf der Rückseite eine Magnetbeschichtung. Sie lassen sich deshalb problemlos und ohne Rückstände wieder entfernen.

Bei der Post sorgt die Aktion für Unmut. «Wir können eine solche Kampagne nicht akzeptieren», sagt Post-Sprecherin Nathalie Salamin. Ob das Projekt einen kommerziellen oder politischen Hintergrund habe, sei unwesentlich. Die Aktion verwirre die Kunden. Ihr Unternehmen habe die Partei ersucht, die Aktion abzubrechen, so Nathalie Salamin. Im Moment seien keine juristischen Massnahmen geplant. «Aber wir schliessen sie nicht aus.»

Bewusst provoziert

Juso-Präsident Cédric Wermuth beschwichtigt: «Wir schaden der Post nicht.» Die Juso werde die Schilder in den nächsten Tagen wieder einsammeln. In der ganzen Schweiz hat seine Partei rund 1000 Schilder montiert, in der Region Bern tragen 200 Kästen die politisch motivierten Ergänzungen. «Vielleicht bleiben einzelne Schilder an den Briefkästen», räumt Wermuth ein.

Der Ärger mit der Post war nicht nur vorauszusehen, sondern eingeplant: Mit dieser Reaktion erringt die Juso mediale Aufmerksamkeit. «Dagegen haben wir tatsächlich nichts einzuwenden», sagt Präsident Wermuth.

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