Juristisches Nachspiel bei Konzert Theater Bern

Bern

Schauspiel-Chefin Stephanie Gräve und Direktor Stephan Märki: Diese Konstellation hielt beim Stadttheater Bern nur eine halbe Saison. Ihr Konflikt scheint grösser, als bisher angenommen: Gräve hatte Märki gar angezeigt.

Als Stephan Märki die neue Schauspiel-Chefin Stephanie Gräve vorstellte, hätte wohl niemand gedacht, dass die Zusammenarbeit einst in einem aussergerichtlichen Vergleich enden würde.

Als Stephan Märki die neue Schauspiel-Chefin Stephanie Gräve vorstellte, hätte wohl niemand gedacht, dass die Zusammenarbeit einst in einem aussergerichtlichen Vergleich enden würde.

(Bild: Urs Baumann)

Im Januar 2016 stellte Konzert Theater Bern (KTB) seine Schauspiel-Chefin Stephanie Gräve nach nur einer halben Spielzeit wieder vor die Tür. Der damalige Stiftungsratspräsident Benedikt Weibel sprach von «unvereinbaren Wellenlängen» zwischen Gräve und KTB-Direktor Stephan Märki. Gräves Vertrag wurde im folgenden Sommer definitiv aufgelöst, als Abfindung erhielt sie ihren Lohn bis Ende 2017.

Wie «Der Bund» berichtet, war der Konflikt zwischen Gräve und Märki damit aber noch nicht beigelegt: Ihre beiden Anwälte hätten sich erst kürzlich zu einem aussergerichtlichen Vergleich getroffen. Denn: Gräve hatte Märki «wegen übler Nachrede» angezeigt.

Behauptungen über Behauptungen

Gemäss dem Artikel habe Märki behauptet, Gräve habe sich in einem Theaterforum unter einem Pseudonym «mehrfach negativ» über das Stadttheater geäussert. Dies habe sie auch schon an ihrer vorherigen Stelle in Basel gemacht und deswegen sogar ein «Kontaktverbot» bekommen. Gegenüber dem «Bund» sagte Gräve dazu: «Es geht um meinen Ruf, ich musste diesen Unwahrheiten endlich ein Ende bereiten, und zwar öffentlich.»

Gräve wiederum soll Märki – notabene ihren Chef – gegenüber anderen Theaterleuten als «Arschloch» und «Idioten» bezeichnet haben. Um eine Gerichtsverhandlung zu verhindern, haben sich die beiden Streithähne nun geeinigt: Märki habe anerkannt, dass seine Äusserungen nicht korrekt gewesen sind, und sich verpflichtet, diese nicht zu wiederholen. Zudem zeige er Gräve für deren «Beschimpfungen» nicht an. Gräve wiederum habe ihre Anzeige zurückgezogen. Ob der Vorhang damit endgültig gefallen ist?

mb

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