Jurafrage: «Grosses Unverständnis und legitime Wut»

Obschon die Jurafrage offiziell als gelöst gilt, beschäftigt sie den Bund zunehmend. Nun wenden sich auch die Autonomisten von Belprahon an Simonetta Sommaruga.

Nur gerade sieben Stimmen gaben in Belprahon den Ausschlag.

Nur gerade sieben Stimmen gaben in Belprahon den Ausschlag.

(Bild: Keystone)

Letzten September entschieden die Stimmberechtigten der bernjurassischen Gemeinde Belprahon mit nur sieben Stimmen Differenz, beim Kanton Bern zu bleiben. Damit folgte Belprahon nicht dem Beispiel der Nachbargemeinde Moutier. Die Bevölkerung von Moutier hatte sich im vergangenen Juni ebenfalls knapp für einen Anschluss an den Kanton Jura ausgesprochen.

Ruhe kehrte nach den Urnengängen nicht ein, ganz im Gegenteil. Gegen die Abstimmungen, sowohl in Moutier wie in Belprahon, gingen Beschwerden ein, die zum grossen Teil noch hängig sind. Nach Medienberichten rund um angeblichen Abstimmungstourismus haben sich die Fronten zwischen pro Bernern und Autonomisten in den letzten Wochen weiter verhärtet.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga kündigte Ende März an, noch vor dem Sommer ein Dreiparteiengespräch mit den Kantonen Bern und Jura zu organisieren. Der Bund nehme seine Vermittlerrolle weiterhin war, betonte Sommaruga.

«Wir bitten Sie, sich bei den von ihnen organisierten Gesprächen nicht nur auf die Situation in Moutier zu konzentrieren», schreiben die Autonomisten von Belprahon in ihrem Brief. Auch die «höchst problematische Situation» in Belprahon gelte es anzuschauen.

Klima wurde schlechter

Das Komitee «Belprahon sagt Ja» zeigt sich besorgt über die Verschlechterung des Klimas. «Grosses Unverständnis und legitime Wut» prägten derzeit die öffentliche Debatte. Die Stimmberechtigten hätten letztes Jahr ihren Entscheid getroffen, noch bevor der Ausgang der Abstimmung in Moutier restlos geklärt sei.

Auch pro bernische Kreise aus Moutier wurden bei Sommaruga schon vorstellig. In einem Brief von Anfang April bringen sie Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Abstimmung vor. Eine Annullation des Urnengangs ist ihrer Ansicht nach unumgänglich.

Am 29. März wandte sich auch der mehrheitlich autonomistische Gemeinderat von Moutier an den Bund mit der Bitte, etwas zu unternehmen. Das Klima habe sich seit dem Urnengang stark verschlechtert.

sda

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