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Jugendclub: Brause für den Stapi und seine Chefbeamten

Der geplante Jugendclub an der Nägeligasse in der Stadt Bern sorgt im Altenberg-Rabbental-Leist für Emotionen.

«Wir haben ein Konzept, und wir sind überzeugt davon», verteidigte sich Stadtpräsident Alex con Graffenried am Dienstag.
«Wir haben ein Konzept, und wir sind überzeugt davon», verteidigte sich Stadtpräsident Alex con Graffenried am Dienstag.

Die Ausgangslage war knifflig. Was der Vorstand des Altenberg-Rabbental-Leistes auch tut, Mitglieder würden austreten. So ­hatten manche es im Vorfeld angekündigt. Wenn der Leist Einsprache gegen den geplanten Jugendclub «Tankere» in der Nägeligasse macht, werden manche sauer sein. Wenn der Leist nichts machen würde, wären die Re­aktionen nicht weniger heftig.

Es geht um das Lärmproblem. Viele Bewohner des vis-à-vis dem Club gelegenen Altenberg-Rabbental-Quartiers fürchten angesichts der Aussenbestuhlung und der Cluböffnungszeiten bis 5 Uhr früh um ihre Nachtruhe und haben Einsprachen angekündigt.

Gesprächsbedarf war also vorhanden, es musste eine ausser­ordentliche Mitgliederversammlung her. Einsprache ja oder nein? Auf so eine Abstimmung verzichtete Leistpräsident Hans-Jürg Klopfstein am Dienstag allerdings. Der Leistvorstand wird nun intern entscheiden, ob Einsprache erhoben wird.

Der Saal war nicht überzeugt

Beim ersten Infoanlass, als die Anwohner zum ersten Mal von den konkreten Plänen erfuhren und entsprechend irritiert waren, war noch kein Politiker oder Chefbeamter anwesend. Nach dem verschlafenen Start fuhr die Stadt am Dienstagabend allerdings grosses Geschütz auf. Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) war vor Ort, flankiert von Stadtbaumeister Thomas Pfluger und Jugendamtleiter Alex Haller.

Nun, das Gros der Anwohner liess sich nicht besänftigen. Manche sagten, sie hätten mittlerweile das Vertrauen in die Stadt ver­loren. Als Grund nannten sie den Lärm um den Reitschule-Vorplatz, dem die Stadt nicht beikomme. Betreffend den Jugendclub war vielen nicht klar, warum der Eingang auf die Schüttestrasse, also über ihre Seite führen musste. Pfluger begründete dies mit der Behindertenzugänglichkeit und unterschiedlichen Niveaus.

«Wir möchten, dass ihr uns ernst nehmt», tönte es im Saal zurück. Mit solchen Argumenten gelinge das nicht. Auch die Betriebszeiten wurden heftig kritisiert. «Hoffentlich wird es Einsprachen hageln», sagte jemand und forderte gleich alle Anwesenden auf, solche einzureichen.

Zwischenzeitlich war es eine regelrechte Brause, die auf die städtischen Vertreter niederging. «Wir haben ein Konzept, und wir sind überzeugt davon», wehrte sich der Stapi. «Wir gehen davon aus, dass das Vorhaben bewilligungsfähig ist», doppelte Pfluger nach. Der Saal war nicht überzeugt. Niemand sei gegen den ­Jugendtreff, aber überzeugende Verbesserungsvorschläge habe man heute von der Stadt nicht wirklich gehört, so der Tenor. Am Ende holte Leistpräsident Klopfstein zu einem Plädoyer der Toleranz aus. Er wurde dabei unterbrochen.

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