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Johnny Beyeler wird Filialleiter

Er ist Skilehrer von Schauspielerinnen und Präsidententöchtern und arbeitete 25 Jahre für Vaucher Sport. Nun meldet sich Johnny Beyeler im Sportfachhandel zurück – als Chef der Filiale Bern von Konkurrent Universal-Sport.

Bereit für die Wintersaison: Per Anfang November wird Johnny Beyeler Geschäftsführer von Universal-Sport in der Niederlassung in Bern. Nach einer siebenjährigen Abwesenheit kehrt der bekannte Skilehrer damit in den Sportfachhandel zurück.
Bereit für die Wintersaison: Per Anfang November wird Johnny Beyeler Geschäftsführer von Universal-Sport in der Niederlassung in Bern. Nach einer siebenjährigen Abwesenheit kehrt der bekannte Skilehrer damit in den Sportfachhandel zurück.
Stefan Anderegg

Dem Berner Sportfachhandel und der Stadt Bern hat Johnny Beyeler vor sieben Jahren den Rücken gekehrt. Doch in letzter Zeit wurde der langjährige Mitarbeiter und Geschäftsführer von Vaucher Sport wieder in den Gassen der Bundesstadt gesichtet. Kunden und Freunde wunderten sich: Nanu, Beyeler ist zurück?

Er ist zurück, und wie: Seit dem 1.Oktober 2009 berät der 56-Jährige mit den blonden Haaren und stahlblauen Augen Kunden im Sportfachgeschäft Universal-Sport an der Zeughausgasse in Bern. Per Anfang November übernimmt er dann die Filialleitung von Hans-Ruedi Ochsner.

Richtig, Johnny Beyeler hat zur Konkurrenz gewechselt. Darüber will er aber nicht allzu viel Aufhebens machen: «Es wäre für mich nie in Frage gekommen, direkt von Vaucher zu Universal-Sport zu wechseln. Ich verliess Vaucher damals, weil ich eine Neuorientierung in einem anderen Berufsfeld brauchte», sagt Beyeler. Universal-Sport informiert die Öffentlichkeit heute über diese Personalie.

Delikater Stellenwechsel

Wie delikat der Stellenwechsel ist, zeigt die Tatsache, dass Universal-Sport den Mitbewerber auf höchster Stufe informierte. So suchte der neue Universal-Chef Thomas Rüegsegger in dieser Angelegenheit persönlich das Gespräch mit Vaucher-Chefin Annamarie Vaucher. Vaucher wie auch Universal-Sport sind Mitglieder des Intersport-Verbunds.

Nach seinem Weggang bei Vaucher arbeitete Beyeler unter anderem als Verkäufer für den weltgrössten Outdooranbieter Dipius SA und als Skilehrer in St.Moritz. Dort unterrichtete er prominente Frauen wie die deutsche Schauspielerin Iris Berben und Caroline Kennedy, die Tochter des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F.Kennedy. Aber auch griechische Reeder und russische Konzernchefs sowie deren Familien lernten dank Beyeler, wie man elegant einen Hang hinunterfährt.

Iris Berben gehört laut Beyeler heute noch zu seinen «treuen Kundinnen». Als Skilehrer der alten Schule blickt er auf eine bewegte Karriere zurück: Beyeler war nicht nur Mitglied des renommierten Skilehrerteams der Marke «Head», sondern brachte auch Wintersportbegeisterten in Neuseeland, Australien und Argentinien das Skifahren bei. Zudem ist Beyeler ausgebildeter Surf- und Tennislehrer und absolvierte Ausbildungen als Schneeschuh- und Wanderleiter.

«Kundenkontakt fehlte»

Er habe aber bald gemerkt, dass es ihn wieder an «die Front» zurückziehe, erklärt Beyeler: «Ich brauche einfach den täglichen Kontakt mit den Kunden. Als Outdoor-Verkäufer hatte ich dies vermisst.» Als ihm Universal-Chef Rüegsegger die Stelle in Bern anbot, habe er nicht lange überlegen müssen, so Beyeler.

Auch Rüegsegger zeigt sich zufrieden: «Für uns ist Johnny Beyeler ein absoluter Glücksfall, seine Kompetenz und Erfahrung werden die Kunden erfreuen und unsere Mitarbeiter motivieren.» Mit seiner Ernennung wolle Universal-Sport zeigen, dass das Unternehmen die Zielgruppe der sogenannten «Best Ager» ernst nehme und die Kompetenz als Fachgeschäft stärke. Mit «Best Ager» sind Konsumenten ab 50 gemeint, die als kaufkräftig und qualitätsbewusst gelten. Sie sind deshalb für Sportfachgeschäfte besonders attraktiv.

Beyeler wird ab Ende Oktober 14 Mitarbeiter unter sich haben. Seinen Führungsstil beschreibt er als «offen, motivierend und mit positiver Einstellung». Eine der Herausforderungen ist es nun, die beginnende Wintersaison vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise zu bewältigen.

Die Rezession sei eine Tatsache, sagt Beyeler, und lasse sich nicht wegdiskutieren. Er merke aber, dass sich die Leute mit Sport ablenken wollten, um so die aktuelle wirtschaftliche Lage zu vergessen. Ohne Schnee gibt es aber keinen Wintersport. Beyeler: «Das Wetter in den Wintermonaten ist für unser Geschäft ausschlaggebender als die Konjunktur.»

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