Jetzt kommts zum Duell

Belp

In vier Wochen kommt es zur Stichwahl ums Gemeindepräsidium. Im Rennen sind noch Stefan Neuenschwander (SP) und Benjamin Marti (SVP).

«Wir haben uns schon gratuliert»: Stefan Neuenschwander (SP, links) und Benjamin Marti (SVP) machen die Wahl unter sich aus.<p class='credit'>(Bild: Walter Pfäffli)</p>

«Wir haben uns schon gratuliert»: Stefan Neuenschwander (SP, links) und Benjamin Marti (SVP) machen die Wahl unter sich aus.

(Bild: Walter Pfäffli)

Mit einem Stapel Papier in der Hand stand der Belper Gemeindepräsident Rudolf Neuenschwander (SP) am Sonntagnachmittag vor der Gemeindeverwaltung und zog an einer Zigarette. «Sehr erfreulich», seien die Zahlen in dem Papier, so viel verriet der abtretende Belper Gemeindepräsident.

Als er zehn Minuten später um genau 15 Uhr vor den Parteipräsidenten und den Medien das Ergebnis der Präsidiumswahl verkündete, war der Grund klar: Sein Sohn Stefan Neuenschwander (SP) hatte das zweitbeste Resultat erzielt und damit für eine grosse Überraschung gesorgt. Das bedeutet, dass er in vier ­Wochen beim zweiten Wahlgang antreten darf. Sein Widersacher heisst Benjamin Marti (SVP). Er galt als Favorit und holte am meisten Stimmen.

In der Höhle des Löwen

Keine halbe Stunde nach der Bekanntgabe trafen sich die beiden Kontrahenten später bereits zum Fototermin. Und zwar auf der Wahlfeier der bürgerlichen Parteien bei der Firma Möbeltrend. Das Unternehmen gehört dem SVP-Präsidenten Jan Griessen. Er hatte der SP-Präsidentin Kristin Arnold klargemacht, dass nur dieser Ort in Frage kommt für das gemeinsame Bild.

So musste sich Neuenschwander also in die Höhle des Löwen begeben – was ihm allerdings nichts ausmachte. «Wir können ja gut miteinander reden.» Marti und er hätten sich bereits gratuliert. Von seinem persönlichen Resultat zeigte er sich «überwältigt».

Die Wahl in den Gemeinderat ist ihm schon mal sicher (siehe unten). «Das ist schön, jetzt muss ich mich bewähren.» Noch vorher aber freut er sich auf das Duell mit Marti. Er wolle nochmals das Gespräch mit den Jungen suchen. «Ich bin voll motiviert.»

Ebenso zufrieden zeigte sich SVP-Kandidat Marti. «Ich hatte mir den ersten Platz erhofft.» Er sei nun auch froh, dass die Ausgangslage im zweiten Wahlgang klar ist: links gegen rechts. «Das macht die Sache einfacher.»

Gerade mit Blick auf die Ergebnisse der übrigen Kandidaten blickt er dem zweiten Wahlgang zuversichtlich entgegen: Die EDU-Stimmen dürften mehrheitlich an ihn gehen, die wenigen EVP-Stimmen an Neuenschwander. Offen ist, für wen sich die BDP-Wähler entscheiden.

Überraschend klare Sache

So oder so schätzt SVP-Präsident Griessen die Chancen seines Kandidaten als sehr gut ein, was für ihn auch keine Überraschung ist: «Er hat sich während Jahren vorbereitet, zudem hat er einen guten Wahlkampf betrieben. Aber auch für SP-Präsidentin ­Arnold ist klar: «Wir haben eine sehr gute Ausgangslage.»

Obschon Neuenschwander kein Bisheriger sei, habe er ein Spitzenresultat erzielt. «Damit durften wir nicht rechnen.» Mit den Jungen habe er neue Wähler mobilisiert.

Die drei übrigen Kandidaten hatten hingegen keine Chance. Besonders das schwache Ergebnis von Fabienne Bachmann wurde von niemandem erwartet. Die BDP-Frau war enttäuscht und sprach auch von fehlender Frauensolidarität. Dafür strahlte Stefan Oester (EDU), alter und neuer Gemeinderat und Drittplatzierger bei der Präsidiumswahl. «Ich bin happy.»

Resultate Gemeindepräsidium Im zweiten Wahlgang: Benjamin Marti (SVP, 1120 Stimmen), Stefan Neuenschwander (SP, 967).

Nicht gewählt: Stefan Oester (EDU, 689), Fabienne Bachmann (BDP, 404), Susanne Grimm (EVP, 152).

Berner Zeitung

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