Münchenbuchsee

Jetzt heisst es Gerber gegen Waibel

MünchenbuchseeIn der Stichwahl ums Gemeinde­präsidium kommt es in zwei ­Wochen zum Duell zwischen Manfred Waibel (SVP) und Fred Gerber (SP). Im Gemeinderat hat die SVP neu die ab­solute Mehrheit.

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Der neue Gemeindepräsident wird ein Urbuchser sein. Mit Manfred Waibel und Fred Gerber stehen sich zwei Kandidaten gegenüber, die in Münchenbuchsee geboren sind und hier praktisch ihr ganzes Leben verbracht haben. Beide sind glücklich, dass sie es in die Stichwahl geschafft haben.

Waibel hat es ebenfalls hauchdünn in den Gemeinderat gereicht: «Ich bin froh, dass ich keinen Bisherigen verdrängt habe.» Beide wollen in den nächsten zwei Wochen mit neuen Plakaten Präsenz zeigen. «Es hängt jetzt von der Geschlossenheit der anderen Parteien ab», sagt Gerber.

«Als gut bis sehr gut», bezeichnet Ruedi Löffel (EVP) sein Resultat. Mit 18,5 Prozent habe er das rechnerisch Mögliche herausgeholt. Positiv überrascht ist Michel Gygax (BDP), der mit Peter Stucki (GFL) einen amtierenden Gemeinderat hinter sich gelassen hatte. Damit hätte Gygax nicht gerechnet.

Nicht verbergen konnte Peter Stucki seine Enttäuschung über den letzten Rang. «Ich kann es nicht begründen», ergänzt er. Er habe das Gefühl, als Gemeinderat gute Arbeit geleistet zu haben. Am späten Nachmittag kam dann die zweite, noch schlechtere Nachricht für Stucki: Er wurde als Gemeinderat nicht wiedergewählt.

Die GFL kann ihren Sitz in der Exekutive nicht verteidigen. Die Welt gehe dadurch nicht unter, sagt Stucki. Er müsse das akzeptieren.

Rechnung voll aufgegangen

In der Exekutive haben neu die Bürgerlichen die absolute Mehrheit. Gleich alle Sitze innerhalb des Bündnisses gingen an die SVP. Die SVP hatte eine sehr gute Liste, das mussten die anderen Parteien neidlos anerkennen.

Peter Kast, Co-Präsident der SP, findet diese Machtkonzentration in der Exekutive nicht gut. Die Mitte-links-Parteien müssten nun alles daransetzen, mit Fred Gerber wenigstens das Gemeindepräsidium zu holen. «So könnten wir etwas Gegensteuer geben», sagt Kast. Mit Patrick Imhof konnte die SP den zweiten Sitz verteidigen.

Die SVP hat ihre Ziele erreicht: Manfred Waibel in einer guten Ausgangslage für den zweiten Wahlgang ums Präsidium, alle drei ­Bisherigen wiedergewählt und sogar die Mehrheit im Gemeinderat.

«Es wird aber keine Alleinherrschaft geben», verspricht Parteipräsidentin Annegret Hebeisen. Es gehe um die ­Sache, die Lösungen müssten für alle stimmen. Die Listenverbindung mit FDP und BDP ist voll aufgegangen.

Dank des speziellen Proporzmodus konnte die SVP mit einem Wähleranteil von nicht einmal 36 Prozent die absolute Mehrheit holen.

Ein Zufallsentscheid

Froh über die bürgerliche Wende sind BDP-Präsident Walter Lanz und FDP-Chef Georg Karlaganis. Lanz fügt aber an: «Das Resultat ist nicht ganz so wie gewünscht.» Das Proporzglück war auch nicht auf der Seite der BDP.

Innerhalb der bürgerlichen Listenverbindung fehlten ihr mickrige anderthalb Stimmen, ein Zufallsentscheid. Vor vier Jahren hatte sie aufgrund der fehlenden Listenverbindung einen Gemeinderatssitz verpasst.

Gut wiedergewählt wurde ­Gemeinderat Pascal Lerch von der EVP. Parteipräsidentin Re­nate Löffel hat «Blut geschwitzt» und war nicht ganz sicher, ob es für Lerch reichen wird.

Resultate: Gemeindepräsident:SVP: Manfred Waibel (1088 Stimmen). SP: Fred Gerber (823). EVP: Ruedi Löffel (585). BDP: Michel Gygax (347). GFL: Peter Stucki (317). Manfred Waibel und Fred Gerber in der Stichwahl am 11. Dezember. Gemeinderat:SVP, gewählt: Sonja Bucher (1179, bisher), Cesar Lopez (1107, bisher), Andreas Luginbühl (1097, bisher), Manfred Waibel (1042). Ersatz: Annegret Hebeisen (988), Fredi Witschi (975), Fritz Wüthrich (913). SP, gewählt: Patrick Imhof (1515), Fred Gerber (1038, bisher). Ersatz: Eva Häberli (826), Irene Hügli (764), Martin Frei (703), Andreas Burger (702). BDP, nicht ­gewählt: Michel Gygax (442), Walter Lanz (287), Markus Hefti (234), René Bangerter (229), Marius Luterbacher (224), Rahel Baumgartner (219), Margret Dreier (198). EVP, gewählt: Pascal Lerch (605, bisher). ­Ersatz: Ruedi Löffel (510), Gabi Jacobi (303), Toni Mollet (299), Christine Eckstein (275), Mathias Hächler (275). GFL, nicht gewählt: Peter Stucki (702, bisher), Edith Bucheli (304), Ursula Probst (276), Luzi Bergamin (266), Bernd Meister (258), Toni Burki (243). FDP, nicht gewählt: Urs-Thomas Gerber (509), Georg Karlaganis (493), Cédric Steiner (402). (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.11.2016, 21:52 Uhr

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