Jetzt fahren die Megabusse zwischen Wankdorf und Bahnhof

Bern

Ab sofort verkehren auf der Bernmobil-Linie 20 vier Doppelgelenkbusse. Die Flotte wird auf vierzehn erweitert.

Kein Durchkommen, wenn der Megabus am Bahnhof wendet.

Kein Durchkommen, wenn der Megabus am Bahnhof wendet.

(Bild: Nicole Philipp)

Markus Ehinger@ehiBE
Anastasia Presta

Die neuen Doppelgelenkbusse von Bernmobil sind imposant: Sie sind 24,7 Meter lang, haben vier Achsen und bieten Platz für 100 Passagiere. Zum Vergleich: Die normalen Gelenkbusse haben eine Achse weniger, sind «nur» 18 Meter lang und bieten 75 Personen Platz. Nach Testfahrten sind ab sofort vier und ab 5. November weitere drei neue Doppelgelenkbusse auf der Linie 20 zwischen dem Bahnhof und dem Wankdorf unterwegs. Die Megabusse sollen auf der stark frequentierten Linie Entlastung bringen und so die Platzverhältnisse verbessern.

Positive Reaktionen

Die Testfahrten, bei denen in den letzten Wochen vereinzelt auch normale Fahrgäste mitfuhren, seien positiv verlaufen, sagt Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer. Deshalb können reguläre Fahrten nun bereits durchgeführt werden – also vor dem Fahrplanwechsel im Dezember.

Die Reaktionen der Passagiere waren positiv. «Der Bus sieht optisch viel grösser aus. Neben den Stosszeiten fällt mir auf, dass es weniger Leute im Bus hat», sagte zum Beispiel eine 41-jährige Pendlerin auf der Strecke Bahnhof–Gewerbeschule. «Bisher war der 20er-Bus zu den Stosszeiten sehr voll», sagte ein 19-jähriger Gewerbeschüler im Megabus. Und weiter: «Ich denke, dass sich die Situation mit dem Doppelgelenkbus in Zukunft bessern wird.»

Infrastruktur erneuert 

Die längeren Busse erforderten auch kleinere Anpassungen an der Infrastruktur. «Zur Hauptsache mussten die Markierungen bei den Haltestellen angepasst sowie kleinere Belagsarbeiten auf den Trottoirs vorgenommen werden», sagt Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer. Die Megabusse stellen auch für die Chauffeurinnen und Chauffeure eine Herausforderung dar: «Die Fahrzeuglänge verlangt vermehrte Aufmerksamkeit sowie eine kurze Angewöhnungszeit», sagt Meyer.

Zu spüren bekommen dies auch Velofahrerinnen und Velofahrer. Werden sie von einem Megabus überholt, will dieser fast nicht mehr enden. Dazu sagt Meyer: «Die Busfahrerinnen und -fahrer müssen berücksichtigen, dass der Überholvorgang aufgrund der Fahrzeuglänge länger dauert.»

Sieben weitere Busse folgen

Die Doppelgelenktrolleybusse sind ansonsten identisch mit den neuen Gelenktrolleybussen, die seit Ende 2017 im Einsatz sind. Sie gewinnen die Bremsenergie zurück und können dank einer Batterie Teilstrecken auch ohne Fahrleitung elektrisch zurücklegen. «Damit kann Bernmobil Lärm und Schadstoffausstoss der Flotte weiter reduzieren und die Umweltfreundlichkeit verbessern», teilte das Unternehmen mit.

Bereits jetzt ist klar, dass weitere sieben Doppelgelenkbusse folgen werden. Diese werden im Verlauf des nächsten Jahres geliefert. Schliesslich hat Bernmobil bei der Hess AG im solothurnischen Bellach noch vierzehn normale Gelenkbusse bestellt. Die 28 Fahrzeuge kosten rund 34 Millionen Franken. Vorerst ist ein Einsatz der Doppelgelenkbusse nur auf der Linie 20 geplant. Diese Linie soll mit dem 12er-Bus verknüpft werden, was wiederum Auswirkungen auf die Linie zwischen dem Zentrum Paul Klee und der Länggasse hat.

Berner Zeitung

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