Jetzt baut Thömu den Bikepark

Köniz

Vor knapp drei Jahren nahm das Projekt die letzte planerische Hürde: Am Mittwochabend feiern Velounternehmer Thomas Binggeli und seine Mitstreiter den Spatenstich zu ihrem Bikepark.

Der Bikepark machts möglich: Bei Thömus im ländlichen Oberried soll sich in Zukunft noch mehr ums Velo drehen.

Der Bikepark machts möglich: Bei Thömus im ländlichen Oberried soll sich in Zukunft noch mehr ums Velo drehen.

(Bild: Beat Mathys)

Stephan Künzi

Fast drei Jahre lang ist es ruhig geblieben um den Bikepark, den der Könizer Velounternehmer Thomas Binggeli auf dem elterlichen Bauernhof im Weiler Oberried bauen will. Erstaunlich eigentlich angesichts des langen und steinigen Wegs, den das Projekt hinter sich hat.

Typisch dafür ist, dass mit dem Ja der Könizerinnen und Könizer Anfang 2014 noch nicht die letzte Hürde geschafft war: Ein Jahr nach der Volksabstimmung trat plötzlich der Bund auf die Bremse und kritisierte, in der vorgesehenen Grösse schaffe Binggeli eine unzulässige Kleinbauzone mitten im Landwirtschaftsgebiet. Binggeli musste sein Vorhaben ein weiteres Mal verkleinern, damit der Bund seine Beschwerde zurückzog und der Kanton die notwendige Überbauungsordnung bewilligen konnte. Das war im Hochsommer 2016.

Seither tat sich wenig bis nichts auf dem Areal, zu dem auch die Produktions- und Werkstatträumlichkeiten von Thömus Veloshop gehören. Manch Aussenstehender fragte sich insgeheim schon, was wohl aus dem Projekt geworden sei, zumal der Veloshop zwischenzeitlich mit einer wirtschaftlichen Delle zu kämpfen hatte. Doch jetzt schafft Binggeli Klarheit:Am Mittwochabend feiert er mit seinen Mitstreitern den Spatenstich zum, wie das Projekt offiziell heisst, Swiss Bike Park.

Wobei Binggeli gleich zweierlei klarstellt: Drei Jahre seien für die Detailplanung und das anschliessende Baubewilligungsverfahren keine lange, sondern im Gegenteil eine sehr kurze Zeit. Und: Der Park sei auch nicht einfach mehr nur eine Sache von Thömus. Getragen werde er mittlerweile von einer selbstständigen Stiftung, die in der Velobranche und generell in der Wirtschaft, aber auch in Sport und Politik breit abgestützt sei.

Für 15 Millionen

So muss es auch sein. Immerhin soll der Bikepark nicht weniger als 15 Millionen Franken kosten. Binggeli sagt offen, dass die Finanzierung noch nicht bis ins Letzte gesichert ist. Trotzdem zeigt er sich zuversichtlich, dass sich die fehlenden Gelder noch beschaffen lassen. «Wir möchten mit möglichst wenig Bankkrediten auskommen.»

«Wir möchten mit möglichst wenig Bankkrediten auskommen.»Thomas Binggeli Velounternehmer

Bild: Beat Mathys

In einer ersten Etappe entsteht bis zum Herbst der eigentliche Park. Auf rund drei Hektaren wird er diverse Rundkurse bereithalten, dazu als weitere Attraktionen auch Fahrten durch Serpentinen und über Buckelpisten sowie Sprünge in ein Luftkissen bieten. Von einem reinen Funpark, wie er ursprünglich gedacht war, redet Binggeli allerdings nicht mehr. Das Angebot fasst er viel breiter. Neben dem Hobbygümmeler, der auf dem Mountainbike das Vergnügen sucht, soll auch der Alltagsvelofahrer, der auf dem E-Bike Sicherheit gewinnen will, zum Zug kommen. Und natürlich der Sportler, der trainiert.

Die zweite Etappe folgt im nächsten Jahr. Dann muss das alte bäuerliche Nebengebäude, in dem bislang die Snowfarm untergebracht war, einem modernen Neubau für Garderoben, Schulungsraum und Bistro Platz machen.

Den Betrieb legalisiert

Die Überbauungsordnung ebnet nicht nur den Weg zum Bikepark, sie sichert auch die weitere Existenz von Thömus Veloshop. Während seiner bald 30-jährigen Geschäftstätigkeit hat Binggeli den Standort Oberreid nämlich sukzessive ausgebaut. Am Ende war das Mass dessen, was in einer Landwirtschaftszone möglich ist, überschritten, und damit war der Betrieb von Gesetzes wegen eigentlich illegal. Die Könizer Behörden mussten handeln – und fanden die Lösung, indem sie für den Bauernhof mit Bikepark eine spezielle Überbauungsordnung ausarbeiteten.

Binggeli kam entgegen, dass er sich und sein Unternehmen seit je als innovativ zu vermarkten weiss und dabei auf ein engmaschiges Netzwerk zählen kann. Dass er dieses nicht nur zu Politikern auf lokaler und regionaler Ebene pflegt, zeigt der Spatenstich von Mittwochabend exemplarisch. Auf dem Einladungsschreiben unterschreiben als Co-Präsidenten des Patronatskomitees, das den Bikepark voranbringen soll, die beiden Berner Ständeräte Werner Luginbühl (BDP) und Hans Stöckli (SP). Und am Anlass selber wird kein Geringerer als Alt-Bundesrat Johann Schneider Ammann (FDP) reden.

Berner Zeitung

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