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Ja zum 5,8-Millionen-Kredit für «Bueber»-Sanierung

Das morsche Männerbad im Marzili wird erneuert und für alle geöffnet. Das Nachsehen hat der Biber.

Der «Bueber» wird für 5,8 Millionen Franken saniert.
Der «Bueber» wird für 5,8 Millionen Franken saniert.
Keystone

Das Marzili ist Bern. Und Bern ist das Marzili. Eigentlich verwunderlich, dass die Stadt eines ihrer Wahrzeichen so lange verlottern liess. Das beliebte Bueberseeli ist derart marode, dass es vor zwei Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste.

Mit dem Stillstand soll nun aber Schluss sein, entschied das städtische Parlament gestern. Die Politiker stimmten einstimmig der Sanierung des «Bueber» zu. Die Stadt belässt es aber nicht nur beim ­Sanieren, sie will umgestalten.

Besser zum Baden und Böötlen

Das knapp sechs Millionen Franken teure Projekt sieht denn auch einige bemerkenswerte Änderungen vor: So wird das Bueberseeli neu über einen offenen Kanal zur Aare mit Frischwasser versorgt. Der Kanal soll auch als Flussbad dienen. Zwar sei das Fliesstempo schwer zu berechnen, aber man gehe von einer Verlangsamung aus, sagte Patrik Wyss (GFL) im Namen der zuständigen Kommission. Der neue Kanal sei also ein guter Ausstieg für Aareschwimmer.

Der Zugang vom Bueber zur Liegewiese soll über eine grosse, dem alten Aarelauf nachempfundene Betontreppe erfolgen. Ein Holzsteg, der sich über die ganze Länge des Bueberseeli erstreckt, soll zum Verweilen einladen.

Auch für Aareböötler soll die Situation besser werden. Geplant ist für sie eine grosszügige Auswasserungsstelle. Heute kommt es unter Hobbykapitänen teils zu hektischen Szenen, wenn sie mit ihren Gummibooten auf dem schmalen Parkplatz zwischen Bueber und Marzilibrücke auswassern müssen.

Für alle offen

Der Bueber soll künftig für die ganze Bevölkerung offen sein, auch wenn es sich bei der Einrichtung – der Name lässt es vermuten – um das frühere Männerbad handelt. Bleiben Biber im Bueber?

Eine Gruppe könnte die Aufwertung allerdings teuer zu stehen kommen: die Biber. Bisher hiess es, es werde versucht, deren Population beim Bueber zu erhalten. Gestern tönte es leicht anders. Der Biberbau sei nur ein Zweit- oder Drittwohnsitz der Tiere, so Kommissionssprecher Patrik Wyss. «Wir hoffen, dass die Biber wegen der Bauarbeiten das Weite suchen und nicht mehr ­zurückkommen.»

Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) wies bereits auf die Schäden hin, die eine Biberpopulation bedeuten würde. «Solche Schäden wie am Wohlensee wollen wir sicher im Marzili nicht in Kauf nehmen», sagte er. Katharina Gallizzi (GB) dagegen fand, die Umbauten sollten kein Grund sein, den Biber aus dem Marzili zu verbannen.

Ob sich Biber und Bueber dereinst vertragen, bleibt offen.

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