Ja zu einer ganztägigen Tagesschule

Köniz

Die Tagesschulange­bote sind gefragt. Jetzt will die Gemeinde bei einem Pilotversuch für Ganztagesschulen mitmachen. Das Parlament fand das eine gute Idee.

Die Tagessschulen in Köniz sind teilweise überlastet. Ein neues Angebot soll Abhilfe schaffen.

Die Tagessschulen in Köniz sind teilweise überlastet. Ein neues Angebot soll Abhilfe schaffen.

(Bild: Urs Baumann)

Lucia Probst

Das Wort «Erfolgsmodell» nehmen Könizer Politikerinnen und Politiker immer wieder gerne in den Mund, wenn sie über die Tagesschulen in der Gemeinde reden. Diese sind gut besucht. So gut, dass sie mancherorts aus allen Nähten platzen. 35 Prozent aller Könizer Schulkinder nutzen die Tagesschulen heute in irgendeiner Form.

Jetzt will die Gemeinde einen Schritt weitergehen und strebt an, bei einem Pilotversuch des Kantons für Ganztagesschulen mitzumachen. Das Parlament hat diese Idee sehr deutlich gutgeheissen. «Wir müssen das Kind wieder mehr ins Zentrum stellen», fand Markus Willi seitens der SP, die in einem Vorstoss ein Konzept für Ganztagesschulen gefordert hatte.

Ganztägig betreuen lassen sich Kinder in Köniz schon heute. Das Konzept der Ganztagesschulen hebe sich aber klar von heutigen Tagesschulen ab, betonte Willi. Unterricht, Betreuung und Freizeit sind in der Ganztagesschule besser miteinander verzahnt.

Die Kinder sind zudem in konstan­teren Gruppen und die Lehrkräfte konstantere Betreuungspersonen, was mehr Stabilität in den Kinderalltag bringen soll. «Wir würden eine Chance vergeben, wenn wir da nicht Pilotgemeinde sein wollten», fand Gemeinderat Thomas Brönnimann (GLP). Der Pilotversuch des Kantons soll 2018/2019 starten. Brönnimann hofft, dass die Gemeinde so vorerst auch günstig zum neuen Angebot käme. Im Parlament fand diese Idee Anklang.

Oberscherli als Pionierschule

Eine Ganztagesschule gibt es in der Gemeinde bereits seit Sommer 2010: die Schule Oberscherli. Schulleiter Andreas Streit findet jedoch: «Einen grossen Unterschied zu anderen Tagesschulen sehe ich nicht mehr.» Im engen Sinn sei Oberscherli keine Ganztagesschule, aber die Kleinheit und Intimität der Schule habe es ermöglicht, Schulbetrieb und Tagesschule eng miteinander zu verbinden. «Wenn eine grosse Schule in der Gemeinde das macht, wird es sicher anders sein.»

Oberscherlis Ganztagesschule steht Kindern aus ganz Köniz offen, doch nur fünf Kinder aus Schliern, Niederscherli und Spiegel besuchen sie derzeit. «Die ­Reise zu uns finden wohl viele zu aufwendig», so Streit, zumal die Eltern für den Transport verantwortlich sind.

Eingeführt hat Oberscherli die Ganztagesschule in der Hoffnung, so die Existenz der Schule sichern zu können. Die Betreuung der Kinder ist von Montag bis Freitag zwischen 7 und 18 Uhr garantiert. Trotzdem sind die Schülerzahlen laut Streit noch immer prekär tief. «Immerhin konnten wir unsere vier Klassen bis jetzt erhalten.»

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