Ist der alte YB-Geist zurück?

Bern

Seit über 25 Jahren ist der YB-Geist verschwunden. Nun sei er zurückgekehrt. Zumindest behauptet YB-Urgestein Lupo, ihn in Dänemark gesehen zu haben.

Lupo fühlt sich in der Zeit zurückgesetzt, nachdem der YB-CEO Ilja Känzig die Nähe der YB-Fans gesucht hat.

Lupo fühlt sich in der Zeit zurückgesetzt, nachdem der YB-CEO Ilja Känzig die Nähe der YB-Fans gesucht hat.

Claudia Salzmann@C_L_A

Vergangene Woche siegten die Young Boys im dänischen Herning in der Europa League Partie gegen den FC Midtjylland mit 3:0. Rund 160 Fans reisten mit ihrem Team mit und feierten nach der Partie den Sieg in einem der zahlreichen Pubs im Städtchen. «Die Stimmung war natürlich super», erklärt Lupo*. Er selbst ist seit über vier Dekaden YB-Fan und reist, wenn er kann – manchmal greifen ihm auch die Fanklubs finanziell unter die Arme - an jedes Spiel.

Plötzlich ohne grosses Trara sei Ilja Känzig ins Lokal getreten. Der CEO des BSC YB. Einer aus der Geschäftsführung. Der Krawattenträger. «Seit Jahren ist keiner der Herren mehr einfach zu uns Fans gekommen und hat gefragt, wie es geht», erklärt Lupo. Seit dem Meisterjahr habe er nie einen der Präsidenten oder einen CEO erlebt, der runterkomme, total gut drauf sei und «dann auch noch anständig Durst habe».

Känzig habe auch einige Runden Bier bezahlt. «Darum geht es aber nicht, sondern, dass er bei uns war.» Bis am vergangenen Donnerstag sei Känzig für Lupo nicht fassbar gewesen, wie wohl für viele andere Fans auch nicht.

Damals 1986

An diesem Abend ging Lupo glücklich ins Hotelbett, nicht nur wegen des Resultates: «Ich habe gemerkt, dass es den YB-Geist doch noch gibt.» Der Geist, der im Meisterjahr über dem Team und den Fans schwebte. Damals als man im Stadion noch Würste selber grillte. Damals als das Stade de Suisse noch für alle Wankdorf hiess.

«Damals ging es uns auch nicht gut. Die Zeitungen titelten so Sachen wie ‚YB geht in Baden baden’», erinnert sich der 50-Jährige. Nach einem sagenhaften Trainingslager habe dann alles gedreht und man habe die Nähe gespürt. Das war im Jahre 1986, im magischen Jahr, als YB den Meistertitel holte. Ein historisches Erlebnis, welches viele junge Fans nur aus Erzählungen oder aus vagen Kindheitserinnerungen kennen dürften. Lupo hat alles erlebt. «Schön wäre es, wenn das Gefühl die ganze Saison anhalten würde», schwärmt er. Ganz klar hat er dabei den 12. Pokal im Kopf.

Der YB-CEO Ilja Känzig war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

* Name der Redaktion bekannt

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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