Investor Hans-Ulrich Müller kauft Berghaus Gurnigel

Mit einer komplizierten Transaktion soll das Gurnigel-Berghaus an die Bernapark AG übergehen. Ins Restaurant könnte dereinst auch eine Schaukäserei ziehen.

Das Gurnigel-Berghaus soll nicht nur Unterkunft und Verpflegung bieten, sondern auch ein Zentrum des Naturparks Gantrisch werden.

Das Gurnigel-Berghaus soll nicht nur Unterkunft und Verpflegung bieten, sondern auch ein Zentrum des Naturparks Gantrisch werden.

(Bild: Raphael Moser)

Noch steht das Ja der Gemeindeversammlung Riggisberg aus. Aber was diese Zeitung vor einer Woche berichtete, ist jetzt offiziell: Riggisberg will das Gurnigel-Berghaus kaufen. Noch steht aber die Genehmigung der Gemeindeversammlung aus.

Aber Gemeindepräsident Michael Bürki (SVP) hat keine Zweifel, dass der Souverän zustimmen wird. Denn: «Für die Gemeinde werden keine direkten Kosten entstehen, wir sind nach wie vor nicht daran interessiert, ein Restaurant zu betreiben.»

Eine erste Verkaufsrunde scheiterte. Die Gemeinde hatte damals noch nicht mitgeboten. «Aber als wir im Gemeinderat merkten, dass der Markt nicht spielt, dachten wir, dass wir einen Fuss reinhalten möchten», sagte Michael Bürki am Freitag vor den Medien. Riggisberg habe ein grosses Interesse daran, dass das Gurnigel-Berghaus nicht nur erhalten bleibe, sondern sich auch weiter entwickeln könne.

Vorkaufsrecht genutzt

Weil das Berghaus auf Boden von Riggisberg steht, hat die Gemeinde ein Vorkaufsrecht. Aufgrund dessen kann Riggisberg der Armasuisse die Liegenschaft zum Verkaufsrichtpreis von 620 000 Franken abkaufen – um sie dann sofort der Berna Industrie- und Dienstleistungspark AG (Bernapark) weiterzureichen.

Deren Verwaltungsratspräsident Hans-Ulrich Müller sieht Potenzial im Berghaus. Der gebürtige Belper hat selber einen persönlichen Bezug zum Naturpark und sagt: «Ich freue mich, unseren Beitrag zu leisten, um das Berghaus mit der Gemeinde Riggisberg und der Gantrischplus AG in die Zukunft zu führen.»

Für den Naturpark

Ist die Bernapark AG dereinst im Grundbuch eingetragen, tritt die Gantrischplus AG auf den Plan, die vom Naturpark für solche Geschäfte gegründete Firma. Sie wird die Liegenschaft mieten und einem Wirt verpachten. «Gantrischplus erfüllt so eine Aufgabe, die der Naturpark nicht übernehmen kann», erklärt deren Präsident Ruedi Flückiger. Der Gemeinde Riggisberg das Berghaus direkt abkaufen kann die Gantrischplus AG nicht. Dafür fehlen ihr die Ressourcen.

Mit konkreten Plänen: Ruedi Flückiger (links) und Michael Bürki.

Das Ziel dieser geschäftlichen Transaktion erklärt Gemeindepräsident Michael Bürki: «Wir wollen die Zukunft des Gurnigel-Berghauses sichern. Dies mit einem Partner, der sich stark für die Region und den Naturpark Gantrisch einsetzt.» Weil der Gurnigel innerhalb des Naturparks ein bedeutender Ausgangspunkt für Wander-, Ski-, Kletter- und Schneeschuhtouren ist, will man im Berghaus ein touristisches Zentrum aufbauen, das ­diesen Namen auch wirklich verdient.

Gleichzeitig ist ein Besuchs- und Informationszen­trum für den Naturpark Gantrisch vorgesehen, gekoppelt mit einer Koordinationsstelle für das Vermieten von Hütten. Kerngeschäft bleiben aber das Weiterführen des Restaurant- und Hotelbetriebs sowie der Verkauf von regionalen Produkten und das Vermieten von Trottinetten, Sport- und Ausflugsutensilien.

Dabei soll es aber nicht bleiben: Mittelfristig ist ein weiterer Tourismusmagnet vorgesehen: das Einrichten einer Schaukäserei im Berghaus, eine alte Idee, die bislang nicht realisiert wurde. Zu diesem Zweck haben die Verantwortlichen bereits zehn bäuer­liche Milchproduzenten kontaktiert. Diese zeigen sich inter­essiert.

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