Insel eröffnet OP-Säle der Zukunft

Dank drei neuen Operationssälen können die Chirurgen am Inselspital noch während des Eingriffs das Resultat überprüfen und allenfalls eingreifen. Am Dienstag wurde der OP-Bereich eingeweiht.

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Wie ein Tintenfisch aus Metall sehen die beweglichen Arme für Licht, Bildschirme, Kameras und andere Hilfsmittel aus, die über dem Operationstisch an der Decke befestigt sind. Am Ende des Tischs steht eine riesige Röhre, ein Computertomograf, den Chefarzt Andreas Raabe per Knopfdruck bedienen kann. In der Luft liegt ein feiner Geruch nach Desinfektionsmittel, alles ist klinisch sauber.

Ein Blick in den neuen Operationsbereich. Video: sda/Keystone

Operiert jedoch wird hier erst ab Mitte Februar. Am Dienstag aber wurden die drei neuen Operationssäle im Inselspital Bern eröffnet. Dabei übertrafen sich die Verantwortlichen beinahe mit Lob: Es handle sich um ein «Leuchtturmprojekt», das sowohl schweizweit als auch international Ausstrahlung haben werde, hiess es etwa.

Kanton hat mitfinanziert

Besonders an den neuen Operationssälen ist, dass diese erstmals alle bildgebenden Verfahren enthalten: Magnetresonanztomografie, Angiografie und eben Computertomografie (wir berichteten). So können die Chirurgen aus sämtlichen Bereichen noch während des Eingriffs kontrollieren, «ob das Ergebnis perfekt ist», so Raabe.

Letztlich könnten dadurch auch Folgeuntersuchungen und Revisionseingriffe vermieden werden. Für Holger Baumann, Vorsitzender der Insel-Geschäftsleitung, ist denn auch klar, dass der neue Operationsbereich im Intensivbehandlungs-, Notfall- und Operationszentrum (INO) ein weiterer Schritt in Richtung «digitales Spital der Zukunft» darstellt.

Gekostet haben die Operationssäle 20 Millionen Franken. Finanziert wurden sie vom Kanton Bern. Dies, weil der Kredit durch den Grossen Rat noch vor der Einführung der neuen Spitalfinanzierung gesprochen wurde. Seit 2012 müssen die Spitäler sämtliche Infrastrukturkosten selber berappen.

Der OP-Bereich im Inselspital gehöre zu den letzten Projekten im Kanton, die noch nach der alten Finanzierung realisiert werden, sagte Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) am Rande der Eröffnung. INO ist fertiggestellt

Mit der Feier am Dienstag wurde nach über 22-jähriger Planungs- und Bauzeit auch das Intensivbehandlungs-, Notfall- und Operationszentrum definitiv fertiggestellt. Das Zentrum ist zwar bereits seit 2012 in Betrieb, jedoch wurden mehrere Tausend Quadratmeter Geschossfläche unbebaut gelassen.

Dies, weil sich kurz nach dem Baubeginn im Jahr 2000 gezeigt hat, dass die vom Grossen Rat gesprochenen 215 Millionen Franken nicht ausreichen würden. Die Insel hat das Projekt in der Folge redimensioniert. Trotzdem liefen die Kosten aus dem Ruder und betrugen letztlich 263 Millionen Franken – ohne die neuen OP-Säle. Mit dem fertigen OP-Bereich ist das INO nun komplett ausgebaut.

Berner Zeitung

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