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Insel-Ärzte rieten von Anzeige gegen «Heiler» ab

Der mit Spannung erwartete Heiler-Prozess hat am Mittwochmorgen vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland begonnen.

Im Berufungsprozess vor Obergericht gegen den selbsternannten «Heiler» von Bern hat der Staatsanwalt am 7. April eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren beantragt. Bei der Urteilsverkündung am 11. April folgte das Gericht dem Staatsanwalt.
Im Berufungsprozess vor Obergericht gegen den selbsternannten «Heiler» von Bern hat der Staatsanwalt am 7. April eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren beantragt. Bei der Urteilsverkündung am 11. April folgte das Gericht dem Staatsanwalt.
Musiklehrer und Esoteriker: Der selbsternannte «Heiler» von Bern.
Musiklehrer und Esoteriker: Der selbsternannte «Heiler» von Bern.
Mit einem grossen Medienrummel ging Ende Juni der Heilerprozess zu Ende.
Mit einem grossen Medienrummel ging Ende Juni der Heilerprozess zu Ende.
Das Regionalgericht Bern-Mittelland verurteilte den «Heiler» zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren und 9 Monaten wegen schwerer Körperverletzung und Verbreitens menschlicher Krankheiten.
Das Regionalgericht Bern-Mittelland verurteilte den «Heiler» zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren und 9 Monaten wegen schwerer Körperverletzung und Verbreitens menschlicher Krankheiten.
Der «Heiler von Bern» sei nach dem Urteil «sehr niedergeschlagen», sagte sein Verteidiger Ernst Reber am Freitag vor dem Berner Amthaus.
Der «Heiler von Bern» sei nach dem Urteil «sehr niedergeschlagen», sagte sein Verteidiger Ernst Reber am Freitag vor dem Berner Amthaus.
Staatsanwalt Hermann Fleischhackl beantragte 15 Jahre. Das Gericht blieb bei der Strafzumessung mit 12 Jahren und 9 Monaten allerdings darunter. Er wolle deshalb die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und erst danach über einem allfälligen Weiterzug entscheiden.
Staatsanwalt Hermann Fleischhackl beantragte 15 Jahre. Das Gericht blieb bei der Strafzumessung mit 12 Jahren und 9 Monaten allerdings darunter. Er wolle deshalb die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und erst danach über einem allfälligen Weiterzug entscheiden.
Die Blutentnahmen verliefen laut Zeugenaussage vor Gericht immer gleich: Der «Heiler» band ihm den Arm ab und setzte eine Spritze. Einst wurde er als Mittäter verdächtigt, nun belastet er den «Heiler» stark. «Ja, das weiss ich. Aber ich muss die Wahrheit sagen.
Die Blutentnahmen verliefen laut Zeugenaussage vor Gericht immer gleich: Der «Heiler» band ihm den Arm ab und setzte eine Spritze. Einst wurde er als Mittäter verdächtigt, nun belastet er den «Heiler» stark. «Ja, das weiss ich. Aber ich muss die Wahrheit sagen.
Eine Kerze, eine Kugel, eine Nadel: Opfer X.Y. lag  beim «Heiler» auf dem Boden. Er solle sich  auf die Kugel konzentrieren, habe dieser gesagt.
Eine Kerze, eine Kugel, eine Nadel: Opfer X.Y. lag beim «Heiler» auf dem Boden. Er solle sich auf die Kugel konzentrieren, habe dieser gesagt.
Die Betroffenen legten sich auf den Bauch – und dann kam es zu einem Stich. Nach diesem Muster soll der «Heiler» bei den Opfern vorgegangen sein. Andere machte er bewusstlos und soll sie dann gestochen haben.
Die Betroffenen legten sich auf den Bauch – und dann kam es zu einem Stich. Nach diesem Muster soll der «Heiler» bei den Opfern vorgegangen sein. Andere machte er bewusstlos und soll sie dann gestochen haben.
Ein Reservoir: Die HI-Viren der Opfer haben die gleiche Quelle.
Ein Reservoir: Die HI-Viren der Opfer haben die gleiche Quelle.
Fatale Injektionen: Der Berner Heiler hat seine Patienten vermutlich durch eine Spritze mit HIV infiziert und verkaufte es ihnen als Akupunktur.
Fatale Injektionen: Der Berner Heiler hat seine Patienten vermutlich durch eine Spritze mit HIV infiziert und verkaufte es ihnen als Akupunktur.
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Der Berner Heiler-Prozess hat am Mittwoch mit der Einvernahme eines ersten der 16 HIV-Infizierten begonnen. Der Prozess vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland zieht sich über gut zwei Wochen hin. Der Angeklagte soll mindestens 16 Menschen vorsätzlich mit dem HIV-Virus und teilweise auch mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert haben. Der Mann, von Beruf Musiklehrer, weist alle Vorwürfe zurück. Das Urteil soll am 21. oder 22. März eröffnet werden.

Gemäss Anklageschrift soll der «Heiler» 16 Personen - mehrheitlich Musikschüler - vorsätzlich mit HIV und zum Teil auch mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert haben. Er habe sich verseuchtes Blut besorgt und seine Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu gebracht, sich von ihm stechen zu lassen.

Motiv unklar

Manchen Opfern habe er eine Akupunkturbehandlung versprochen, einen Test ihres Schmerzempfindens oder das «Öffnen des dritten Auges». Mitunter habe er die Opfer auch unangekündigt mit einem unbekannten Gegenstand gestochen.

In manchen Fällen habe er zunächst ein Getränk serviert und dann die vorübergehende Bewusstlosigkeit der Opfer ausgenützt, heisst es in der Anklageschrift. Alle Infizierungen sollen zwischen 2001 und 2005 erfolgt sein. Aufgrund von Anzeigen nahm die Justiz im Jahr 2005 ihre Ermittlungen auf.

Angeklagt ist der Mann unter anderem wegen mehrfacher schwerer Körperverletzung und Verbreiten menschlicher Krankheiten. Rätselhaft bleibt, warum er die Opfer gestochen haben soll.

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