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In Zollikofen ist er weniger exponiert

Als Gemeindeschreiber von Zollikofen steht Stefan Sutter bei weitem nicht mehr derart in der Öffentlichkeit wie früher im viel kleineren Bäriswil. Er habe aber aus einem anderen Grund gewechselt, sagt er.

Stefan Sutter ist Gemeindeschreiber geblieben, nimmt heute aber eine andere Rolle wahr als früher.
Stefan Sutter ist Gemeindeschreiber geblieben, nimmt heute aber eine andere Rolle wahr als früher.
Nicole Philipp

Gemeindeschreiber ist nicht gleich Gemeindeschreiber.

Stefan Sutter hat es selber erlebt: Vierzehn Jahre hat der heute 46-Jährige die Verwaltung der Gemeinde Bäriswil mit ihren knapp 1100 Einwohnern im äusseren Ring der Agglomeration Bern geführt. Er trug in dieser Funktion die Verantwortung für alle Geschäfte des Gemeinderats und dazu auch für die Finanzen. Offiziell nannte er sich deshalb Gemeindeverwalter.

Dann, es war Herbst 2015 ­geworden, wechselte er als Gemeindeschreiber ins fast zehnmal so grosse Zollikofen. Hier ­gehört die Vorbereitung der politischen Geschäfte zwar noch ­immer zu seinen Aufgaben. Chef der Verwaltung ist er aber nicht mehr. Neben ihm leiten auf derselben Hierarchiestufe vier Kolleginnen und Kollegen die Bereiche Bau, Bildung, Finanzen und Soziales – die oberste Verantwortung trägt in der Vorortsgemeinde der vollamtliche Präsident Daniel Bichsel (SVP).

Für seinen Büroalltag hat das konkrete Folgen.

Internes Zusammenspiel

«In Bäriswil war ich in Gemeindeangelegenheiten für viele die erste Ansprechperson», erinnert sich Sutter. Denn trotz seiner Leitungsfunktion stand er regelmässig am Schalter, nahm regelmässig auch das Telefon ab. Mit den gerade mal zweieinhalb Stellen war das gar nicht anders möglich: «Ich war der Generalist, der in vielen Bereichen selber mitarbeitete und damit einen ­detaillierten Überblick über alles hatte, was gerade lief.»

Man könnte auch sagen, dass Sutter die zentrale Anlaufstelle für Verwaltung, Behörden und Bevölkerung war. Den allseits sehr direkten Kontakt habe er stets geschätzt, fährt Sutter fort. Auch wenn dies Schattenseiten haben konnte: «Es kam vor, dass ich persönlich für einen Entscheid verantwortlich gemacht wurde, der nicht so ausfiel, wie es sich die Betroffenen gewünscht hätten. Damit muss man umgehen können.»

In Zollikofen liegen die Dinge anders. Als Gemeindeschreiber sei er vor allem intern tätig, führt Sutter aus. Mit der Präsidial­abteilung führt er einen eigenen Bereich mit eigenen Projekten, überprüft dazu bei allen Vorlagen für den Gemeinderat und auch für das Parlament, ob sie die Vorgaben aus Gesetz und Reglementen erfüllen. Und ob sie allgemein verständlich sind – dieser Aufwand, sagt er, sei nicht unerheblich. Er falle auch an, wenn das Dossier in einer anderen Abteilung vorbereitet werde.

Das Zusammenspiel innerhalb der Verwaltung mit ihren rund 50 Angestellten beschäftigt den Gemeindeschreiber auch anderweitig. Ein wichtiger Teil seiner Aufgabe bestehe darin, die Arbeit der verschiedenen Abteilungen zu koordinieren, sagt er. Fest definierte Abläufe und regelmässige Sitzungen helfen ihm dabei – was das konkret heissen kann, veranschaulicht er an einem Beispiel: «Ein Schulhausprojekt betrifft den Bau genauso wie die Bildung oder die Finanzen.»

Sutters Arbeit spielt sich bei weitem nicht mehr so im Glashaus ab wie früher. Er kann sich problemlos auf der Strasse bewegen, ohne dauernd erkannt und auf irgendwelche Gemeindegeschäfte angesprochen zu werden. Das ist mit ein Grund, wieso er mittlerweile auch in Zollikofen wohnt. Während der Zeit in Bäriswil pendelte er von auswärts ins Büro. Das erlaubte ihm, auf elegante Art eine Grenze zwischen Beruf und Privatleben zu ziehen. Obwohl er betont: «In der Öffentlichkeit zu stehen, hat mir nichts ausgemacht.»

Neue Herausforderung

In Zollikofen spielt die Politik auch in der Öffentlichkeitsarbeit eine grössere Rolle. Als Vollamtlicher kann Präsident Bichsel die Gemeinde sehr aktiv nach aussen vertreten. Dass sich in einer so grossen Verwaltung die Verantwortlichkeiten generell auf mehrere Schultern verteilen, schätzt Sutter heute genauso wie eine andere, ganz praktische Sache: Seine Einsätze am Abend haben sich im Vergleich zu früher halbiert. Pro Woche ist er durchschnittlich statt zweimal nur noch einmal für eine Sitzung oder sonst einen Termin unterwegs.

Nicht dass er deshalb vor drei Jahren seine neue Stelle angetreten hätte. «Mir hat es in Bäriswil gefallen, und mir gefällt es in Zollikofen», sagt er. Um gleich anzufügen, was für ihn der Reiz an seiner Tätigkeit ausmacht: «Ich sehe in jeden Lebensbereich hinein, bin in einem Beruf unterwegs, der Sinn macht.» Entsprechend habe es ihm nie etwas ausgemacht, sein Leben entsprechend einzurichten. Und nochmals zu den Gründen für seinen Wechsel: «Ich suchte einfach eine neue Herausforderung.»

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