Zum Hauptinhalt springen

In der Reitschule wird gejagt

Seit Freitagnachmittag strömt ein etwas anderes Publikum zur Reitschule. Grund dafür ist, die Brocante, die viele Sammler und Jäger in die Grosse Halle zieht.

Claudia Salzmann
Die Brocante wird zum 2. Mal in Bern durchgeführt und dauert bis Sonntag an.
Die Brocante wird zum 2. Mal in Bern durchgeführt und dauert bis Sonntag an.
Fotokameras und Objektive bis zur Jahrtausendwende hat er im Angebot.
Fotokameras und Objektive bis zur Jahrtausendwende hat er im Angebot.
Die besten Sachen dürften schnell weg sein.
Die besten Sachen dürften schnell weg sein.
Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: Bei Türöffnung um 14 Uhr am Freitagnachmittag waren schon viele Interessierte da.
Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: Bei Türöffnung um 14 Uhr am Freitagnachmittag waren schon viele Interessierte da.
Ist es alt oder nur auf alt gemacht? Das ist immer die Frage, die sich Antiquitätensammler stellen.
Ist es alt oder nur auf alt gemacht? Das ist immer die Frage, die sich Antiquitätensammler stellen.
Christian Schneeberger verkauft als einziger Fotozubehör. Leben lasse sich davon leider nicht, gesteht er.
Christian Schneeberger verkauft als einziger Fotozubehör. Leben lasse sich davon leider nicht, gesteht er.
Der alte Schmuck ist gefragt: Potentielle Kundinnen auf der Suche nach etwas Schönem.
Der alte Schmuck ist gefragt: Potentielle Kundinnen auf der Suche nach etwas Schönem.
Französischer Stil oder doch eher Landhaus? Der Stand der Berner Betreiberin fällt auf zwischen all den Antiquitäten. «Doch auch meine Produkte sind nicht neu», erklärt sie.
Französischer Stil oder doch eher Landhaus? Der Stand der Berner Betreiberin fällt auf zwischen all den Antiquitäten. «Doch auch meine Produkte sind nicht neu», erklärt sie.
1 / 10

Kristallgläser, Silberbesteck, alte Gemälde und viel Nostalgie findet man an diesem Wochenende in der Grossen Halle. Kurz nach dem Beginn am Freitagnachmittag strömen schon viele Interessierte, meist ältere Semester, zur Reitschule. Viele Romands sind da. Die Standbetreiber kennen sich und Feilschen ist ein Muss.

Gleich beim Eingang steht Christian Schneebergers Stand. Hier schlagen Fotografenherzen höher, auch seines: «Ich habe gerade in New York Originalbilder gekauft.» Stolz kramt er sie hervor und bedauert, dass nur wenige Kunden sich die Bilder anschauen.

Seine Einnahmen stammen vor allem vom Verkauf von den Fotoausrüstungen. Er ist der einzige an der Brocante, der Fotozubehör verkauft. In seiner Palette findet man vor allem Kameras und Objektive bis zum Jahr 2000. Lomografie sei vorbei, aber er beobachte, dass viele jüngere Menschen wieder auf Analog umsteigen.

Französischer Charm

Weiter hinten in der Halle fällt ein weiterer Stand auf. Die kamerascheue Standbetreiberin aus Bern hat drei Dekaden Erfahrung: «Der Stand ist mein Leben. Oder ein grosser Teil davon.» Sie versucht sich mit französischem Charme vom breiten Angebot abzuheben. Praktisch jedes Wochenende verbringt sie auf Märkten in Frankreich. Dafür scheut sie sich nicht, einen Weg von mehreren hundert Kilometern auf sich zu nehmen. Auch die Brocante hier gefällt ihr: «Es hat keine Flohmarkt-Produkte, alle haben ihre Sachen wirklich gut ausgewählt.»

Während ältere Herren sich Stapel von alten Bildern, Postkarten und Fotos anschauen, schlagen die Frauenherzen für Schmuck höher. Die Betreiberin aus Italien meint: «Meistens sind es ältere Frauen, doch seit drei Jahren kommen vermehrt auch junge Frauen.» Nicht nur Schmuck, auch Porzellan kaufen sie. Auch die Jugend scheint vor nostalgischen Gefühlen nicht sicher zu sein.

Dieser Artikel wurde automatisch auf unsere Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch