In der Region Bern wartet der Osterhase fast an jeder Ecke

Wo ist der Osterhase eigentlich zu Hause, in Ostermundigen oder in Ostermanigen? Oder versteckt er sich etwa im Nest? Eine österliche Spurensuche durch das Umland der Stadt Bern.

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(Bild: Max Spring)

Hans Ulrich Schaad

Ostermanigen ist ein kleiner Weiler am Frienisberg, in dem sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Er besteht aus lauter Bauernhäusern, zählt ein paar Dutzend Einwohner und gehört zur Gemeinde Radelfingen. Das noch voll intakte Landwirtschaftsgebiet wäre ein idealer Ort, wo sich der Osterhase verstecken und auf den grossen Tag vorbereiten könnte. Hasen gibt es jedenfalls in dieser Region.

Hund statt Osterhase

Ob sich der Osterhase unter den Tieren befindet, ist nicht ausgeschlossen. Willkommen ist er im Bauerndörfchen jedenfalls. Zu seinen Ehren organisiert die Dorfschaft Ostermanigen nämlich seit 1993 den Osterapéro auf dem Dorfplatz.

Und das kam so: Vor über zwanzig Jahren reiste ein Berner Journalist nach Ostermanigen, um dort dem Osterhasen zu begegnen. Angetroffen hat er im fast ausgestorbenen Weiler aber nur bellende Hunde. Das muss sich ändern, sagte der damalige Gemeindepräsident. Es war die Geburtsstunde des Osterapéros.

Vielleicht hat der Osterhase bei seinem strengen Arbeitsprogramm morgen tatsächlich keine Zeit, in Ostermanigen vorbeizuschauen. Trotzdem heisst es auf der Einladung zum Osterapéro optimistisch: «Wer dem Osterhasen und seinem Begleittross begegnen sollte, nimmt ihn gleich zum Apéro mit.» Vorsichtshalber sorgen die Leute in der Regel aber selber für ihre «Osternäschtli».

Zu viele Leute

Vom Namen her könnte sich der Osterhase gerade so gut in Ostermundigen aufhalten. Ob er sich hier aber heimisch fühlt, ist eher unwahrscheinlich. Die Agglomerationsgemeinde ist das Gegenteil vom ruhigen Ostermanigen: Hier leben über 16000 Menschen, die Autos fahren fast im Sekundentakt über die Verkehrsachsen. In der Anonymität einer so grossen Gemeinde könnte der Osterhase hingegen gut untertauchen. Der Ostermundigenberg böte sich als Rückzugsmöglichkeit und Versteck an.

Viele Hasen, vielleicht auch Osterhasen, muss es in der Region Jegenstorf geben. Gleich in vier Dörfern im Umkreis von nur ein paar Kilometern gibt es einen Hasenmattweg.

Das Nest in Nest?

Die Spurensuche führt weiter nach Schlosswil, genauer gesagt in den Bezirk Nest nahe der Gemeindegrenze zu Grosshöchstetten. Dieses (Oster-)Nest war vor gut vier Jahrzehnten ein Weiler mit ein paar Heimwesen und einem kleinen Wäldchen – ein ideales Tummelfeld für Hasen also. Inzwischen ist der Hang unterhalb des Wäldchens mit Einfamilienhäusern bebaut. Hier muss der Osterhase morgen bestimmt viele Nester verstecken.

Die Eier und ihr Chef

Was wäre Ostern ohne Eier? Diese sind über die ganze Region verstreut, ob in der Ey bei Ittigen oder der Eymatt am Wohlensee. Ebenfalls am Wohlensee liegt vom Namen her ein Eiparadies: die Eiau. Und auch der Chef aller Eier scheint nicht weit: Nur einige Meter hangaufwärts befindet sich das Oberei. Früher oder später muss der Osterhase hier vorbeikommen.

Mit Anschluss zur Welt

Wichtige Mitarbeiter des Osterhasen sind die Hühner. Im Akkord legen sie die Eier. Für den Osterhasen liegt da der Hühnerhubel in Belp sehr günstig. Als einer, der international tätig ist, hat er vom nahen Flughafen Bern-Belp aus gleich einen Anschluss in die ganze Welt.

Sollte der Osterhase morgen hier tatsächlich noch auftauchen, hat er das Eiergeschäft schlecht organisiert. Wahrscheinlich ist es auf alle Fälle nicht. Wer deshalb den Osterhasen im Hühnerhubel sichten will, muss wohl bis im nächsten Jahr warten. Und schon einige Woche vor dem Fest die Ohren steifhalten.

Berner Zeitung

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