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In der Maske

Hinter den Kulissen des Stadttheaters geht alles ohne Hektik über die Bühne. Das eingespielte Team kennt einige Tricks und Kniffe.

Vor dem Auftritt: Die Maskenbildnerinnen schminken die Schauspielerin Milva Stark.
Vor dem Auftritt: Die Maskenbildnerinnen schminken die Schauspielerin Milva Stark.
Enrique Muñoz García

Eigentlich lässt sich bei dieser Tür schon von aussen erahnen, was sich hinter ihr verbirgt: Über dem Rahmen leuchtet in grossen Buchstaben das Wort «Bühne». Es ist der Hintereingang des Stadttheaters, der in den dreistöckigen Backstage-Bereich führt. Um auf die Bühne zu gelangen, folgt man einem langen, verwinkelten Flur. Ein Stockwerk weiter oben befinden sich die Garderoben der Damen, im zweiten Stock jene der Herren.

Eine Stunde vor Aufführungsbeginn des Stücks «Beresina oder die letzten Tage der Schweiz» ist die Stimmung hinter den Kulissen entspannt. Für die Schauspieler ist der heutige Abend keine Premiere, sie führen das Stück zum fünften Mal auf. Es wird geplaudert und gelacht, keine Spur von Nervosität oder Anspannung.

Die letzten Schauspieler werden von zwei Maskenbildnerinnen geschminkt. An Puder und Make-up wird nicht gespart, später auf der Bühne soll schliesslich niemand blass aussehen. Zwei grosse beleuchtete Spiegel füllen, zusammen mit den zahlreichen Perücken, fast den ganzen Raum aus. Aus den verschlossenen Garderoben nebenan ertönt leises Gemurmel – die letzten Textproben laufen auf Hochtouren.

Eine halbe Stunde vor Aufführungsbeginn ertönt dann eine Lautsprecherstimme: «Bitte alle auf die Bühne. Das Einsingen beginnt.» Die Gespräche in den Garderoben verstummen, die Schauspieler und Statisten strömen auf die Bühne und singen nochmals ihre Lieder durch.

Knöpfe als Dekoration

Dann geht alles plötzlich ganz schnell: Die Schauspieler und Statisten gehen auf Position. Das Licht hinter der Bühne wird gelöscht, die Scheinwerfer angezündet. Der Inspizient ermahnt jeden, leise zu sein, dann beginnt das Stück auf der Bühne.

Als der erste Kostümwechsel ansteht, rennen die Schauspieler nicht zurück in ihre Garderoben. Sie ziehen sich direkt neben der Bühne um. Dort liegen die Kleider sorgfältig zusammengelegt auf Stühlen bereit. Wer sich vor neugierigen Blicken schützen möchte, dem steht ein Paravent bereit. Zwei Ankleiderinnen helfen beim Umziehen. Die geübten Handgriffe sitzen, es geht schnell und ohne jegliche Hektik vonstatten.

«Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Der ganze Kostümwechsel funktioniert problemlos», sagt Schauspieler Stefano Wenk, der die Rolle des Divisionärs Sturzenegger spielt. Und tatsächlich: In nicht einmal 30 Sekunden tauscht er seine Uniform gegen einen eleganten Anzug. Die Kostümbildnerinnen bauten einen raffinierten Trick in die Kleider ein: Die Knöpfe der Hemden dienen nur als Dekoration, in Wahrheit werden Klettverschlüsse verwendet.

Vom Schweigen erlöst

Damit das Publikum von den Handlungen hinter der Bühne nichts mitbekommt, muss hier absolute Stille herrschen. Immer wieder ertönt aus der Ecke des Inspizienten ein zischendes «Psst», wenn die Statisten sich leise austauschen. Um den Lärmpegel gering zu halten, dämpft zudem ein grosser Teppich die Schritte.

Am Ende des Stücks ertönt tosender Applaus, der die Mitarbeiter hinter der Bühne von ihrem Schweigen erlöst. Während sie sich noch weiter über den heutigen Auftritt austauschen, kehren die Schauspieler zurück in ihre Garderoben, um sich die dicke Schicht Make-up aus dem Gesicht zu wischen.

Was sich hinter dieser Tür im Berner Inselspital verbirgt, erfahren Sie im letzten Bericht unserer Serie: Die Adventstür vom 24. Dezember.
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Christian Pfander
Durch diese gfürchige Tür dürfen nur wenige gehen. Wer das ist, erfahren Sie hinter der Adventstüre vom 23. Dezember.
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Florine Schönmann
Hinter dieser Tür im Erlacherhof befindet sich das Sitzungszimmers der Stadtregierung. Wie es dort aussieht, lesen Sie hier: Adventstüre vom 1. Dezember.
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Beat Mathys
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