In den Kitas wird es künftig enger

Der Regierungsrat passt den Betreuungsschlüssel in Kitas an: Neu besetzen Kinder ab Kindergartenalter nur noch 0,75 Plätze.

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Kinder benötigen je nach Alter und Bedürfnissen eine unterschiedliche Betreuung. Um dem Rechnung zu tragen, nimmt der Regierungsrat eine Anpassung des Betreuungsschlüssels in Kindertagesstätten und Tagesschulen vor: Neu besetzen Kinder ab Kindergartenalter nur noch 0,75 Plätze statt einen ganzen Platz. Der Regierungsrat kommt damit der Forderung einer Motion von SVP-Grossrat Thomas Rufener (Langenthal) nach.

Mit der Anpassung des Betreuungsverhältnisses sollen Kitas und Tagesschulen mit gleich viel Personal mehr Kinder betreuen können: Von 3676 Kita-Plätzen waren 2015 rund 1000 von Schulkindern besetzt. Mit dem neuen Betreuungsschlüssel entspräche dies noch 750 Schulkindern. 250 Plätze würden demnach frei werden.

Der Grosse Rat überwies den Vorstoss in der Junisession 2015 gegen den Widerstand der Ratslinken. «Genügend Ressourcen sind wichtig, um weiterhin den vielen Herausforderungen gerecht zu werden», monierte etwa SP-Gross­rätin Sarah Gabi Schönenberger (Schwar­zenburg). Die Befürworter argumentierten, dass eine Anpassung aufgrund der grösseren Selbstständigkeit von Schulkindern angemessen sei. Zudem würden auch die meisten anderen Kantone einen tieferen Betreuungsfaktor für Schulkinder anwenden.

Verstummt ist die Kritik jedoch nicht. Der Regierungsrat nehme «negative Auswirkungen auf die Betreuungsqualität und die Arbeitsbelastung der Kita-Mitarbeitenden» in Kauf, teilte der Schweizerische Verband des Personals öffentlicher Dienste VPOD gestern mit. Das Personal werde zusätzlich belastet, ohne dass eine Entlastung vorgesehen wäre.

Kosten neu berechnet

Eine weitere Änderung nimmt der Regierungsrat bei der Berechnung der ­Gebühren für familienexterne Betreuungsangebote vor, die sich nach Familiengrösse, Vermögens- und Einkommensverhältnisse richtet. Künftig wird die aktuelle Familiengrösse massgebend sein für die Berechnung. Bis anhin fand die Neuberechnung jeweils im August anhand der Verhältnisse des Vorjahres statt. Mit dieser Regelung kann es dazu kommen, dass die Familiengrösse nach der Geburt eines Kindes eineinhalb ­Jahre nicht berücksichtig wird – obwohl sich die wirtschaftliche ­Situation dadurch stark verändern kann. (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.11.2016, 13:26 Uhr

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