In Bern-West bleiben zwei Standorte für Werkstätte denkbar

Noch ist nicht entschieden, ob die neue BLS-Werk­stätte wie ursprünglich geplant in Bern-West gebaut werden soll. Dennoch schafft der Kanton die raumplanerischen Voraussetzungen dafür. Und nimmt eine in Bern umstrittene zweite Variante auf.

Widerstand in Bern-West gegen die Pläne der BLS.

Widerstand in Bern-West gegen die Pläne der BLS. Bild: Beat Mathys

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Die Berner Stadtregierung steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe: Das Parlament fordert, dass sich der Gemeinderat gegen die geplante neue BLS-Werkstätte im Chliforst wehrt. Diesen Auftrag erteilte eine deutliche Mehrheit des Stadtrats der Regierung letzten Donnerstag. Der Standort Chliforst ist aber aus Sicht des Gemeinderats der einzige, der in Bern überhaupt infrage käme.

Nur drei Tage nach der Debatte im Stadtrat macht der Kanton die Ausgangslage für die Stadtregierung noch etwas komplizierter. Er nimmt nämlich nicht nur den Standort Chliforst in den Richtplan auf, sondern auch die Va­riante für eine BLS-Werkstätte in Niederbottigen.

Damit tritt ein, was der Gemeinderat befürchtet hatte: «Es besteht ein gewisses Risiko, dass im Planverfahren nicht nur der Standort Chliforst, sondern ein weiterer, wesentlich ungeeigneter Standort geprüft wird», hielt der Gemeinderat zuhanden der Stadtratsmitglieder fest, die sich gegen eine Werkstätte im Chliforst wehren.

Mehr Anwohner betroffen

Der Standort Niederbottigen kommt aus Sicht der Stadtre­gierung nicht infrage. «Die Werkstätte befände sich deutlich näher am Siedlungsgebiet und würde im Vergleich mit Chliforst deutlich mehr Anwohner beeinträchtigen», sagte Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL). Zudem wäre eine allfällige Stadterweiterung in diesem Gebiet erschwert.

Nichtsdestotrotz werden nun beide Gebiete sowohl in den Sachplan Verkehr des Bundes als auch in den kantonalen Richtplan aufgenommen und in die Mitwirkung geschickt. Dies teilte der Kanton gestern mit.

«Uns ist die Einschätzung der städtischen Behörden durchaus bekannt, und wir nehmen sie auch ernst», sagt Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) auf Anfrage. Damit aber die BLS dereinst eine neue Werkstätte realisieren könne, müssten bereits jetzt die raumplanerischen Voraussetzungen auf Bundes- und Kantonsebene geschaffen werden.

Die Pläne würden nur alle zwei bis drei Jahre angepasst. «Wir müssen also jetzt das Zeitfenster nutzen und die möglichen Varianten eingeben», sagt Neuhaus. So bleiben mehrere Optionen offen. Vielleicht gar kein Neubau?

Ob die Werkstätte überhaupt in Bern gebaut wird, ist offener als auch schon. Die SBB haben in Aussicht gestellt, dass die BLS ­allenfalls die Werkstätte in Biel mitbenützen könnte. Diese Möglichkeit wird im Moment geprüft. Das Ergebnis erwarte man im Frühjahr 2018, sagt Neuhaus.

Einzig auf Biel hoffen kann und will man in Bern allerdings nicht. Der Gemeinderat betont, er werde zu den Plänen von Kanton und Bund «dezidiert» Stellung nehmen. Die Mitwirkung läuft bis zum 5. Februar 2018.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 07.11.2017, 06:52 Uhr

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