In anderthalb Jahren fahren Megabusse auf der Linie 20

Bern

Übernächstes Jahr werden in Bern erstmals überlange Doppelgelenk-Busse fahren. Bernmobil hat sieben solche Gefährte bestellt. Das Ziel: Die Fahrgäste auf der Linie 20 sollen zu Stosszeiten mehr Platz haben.

25 Meter für 100 Passagiere: In Luzern sind die Doppelgelenk-Busse bereits im Einsatz.<p class='credit'>(Bild: Matthias Käser)</p>

25 Meter für 100 Passagiere: In Luzern sind die Doppelgelenk-Busse bereits im Einsatz.

(Bild: Matthias Käser)

Zürich, Luzern, Genf und St. Gallen haben sie schon. Nun hat sie auch Bernmobil bestellt: Doppelgelenk-Busse, die statt der üblichen 19 Meter ganze 25 Meter lang sind. Ab März 2018, also in anderthalb Jahren, will Bernmobil mit den neuen Megabussen fahren. Und zwar dort, wo die Platznot zu Stosszeiten besonders gross ist: auf der Linie 20 Bahnhof-Wankdorf.

100 statt nur 75 Passagiere

Noch vor gut zwei Jahren hat sich die Stadt ausdrücklich gegen Doppelgelenk-Busse ausgesprochen. Und nun bestellt sie diese trotzdem? Das ist kein Widerspruch. Denn 2014 wehrte sich die Stadt dagegen, dass die Megabusse das damals geplante «Tram Region Bern» zwischen Köniz und Ostermundigen ersetzen könnten. «Der Einsatz von Doppelgelenk-Bussen ist langfristig weniger wirtschaftlich als ein Tram», stellte der Gemeinderat damals fest.

Die neuen Busse sollen 2018 aber keine Tramlinie ersetzen, sondern bloss die alte Trolleybusflotte von Bernmobil. Die 20 Fahrzeuge, die derzeit auf den ­Linien 11, 12 und 20 fahren, ­hätten ihr Lebensende erreicht, findet Bernmobil. Und hat deshalb insgesamt 23 Busse bei der Solothurner Carrosserie-Firma Hess bestellt. Sieben dieser Busse sind extralange Doppelgelenk-Busse.

Diese kosten zwar 1,25 Millionen statt 1 Million Franken wie ein normaler Gelenk-Trolleybus. Doch sie fassen dafür auch 100 statt nur 75 Passagiere. Zum ­Vergleich: Die gut 40 Meter langen Trams in Bern fassen 160 ­Personen.

Batterie statt Dieselhilfsmotor

Als in Zürich vor vier Jahren die ersten Megabusse fuhren, sorgten sich die Benutzer, weil die Busse beim Einfahren in die Haltestelle zum Teil übers Trottoir geschwenkt hätten. Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer versichert allerdings: Das Fahrpersonal werde auf den neuen Bussen geschult. Und: «Die Doppelgelenk-Busse sind genauso gut zu manövrieren wie herkömmliche Busse, da die hinterste Achse gelenkt ist und genau dem Mittelteil folgt.» Doch die überlangen Megabusse sind trotzdem nicht für jede Strasse geeignet.

Deshalb muss das Bundesamt für Verkehr (BAV) eine Ausnahmebewilligung erteilen. Das werde das BAV tun, wenn die Stadtbehörden damit einverstanden seien, dass die Busse auf der vorgesehenen Linie verkehren, sagte BAV-Sprecher Gregor Saladin. Laut Rolf Meyer braucht es nur noch ein paar kleine Anpassungen an den Haltestellen. Vor allem die Markierungen müssen für die langen Busse geändert werden.

Praktisch an den neuen Trolleybussen wird sein, dass sie nicht mehr einen Dieselhilfsmotor haben, sondern eine Batterie. Mit dieser können sie kurze Distanzen ohne Fahrdraht überbrücken. Das bedeutet, dass Bernmobil nicht mehr wegen jeder Baustelle oder Umleitung gleich auf der ganzen Linie Diesel- und Gasbusse einsetzen muss.

Berner Zeitung

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