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In 65 Jahren waren sie nur zwei Wochen voneinander getrennt

Ein Zimmer in Kühlewil teilen sich eine Frau und ihr Sohn. Sie hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, zu ihm zu schauen.

Mutter und Sohn: Katharina und Hanspeter Nydegger.
Mutter und Sohn: Katharina und Hanspeter Nydegger.
Beat Mathys

Wohngruppe Grün, Zimmer 101. Hier lebt Katharina Nydegger mit ihrem geistig behinderten Sohn Hanspeter. Morgen wird sie 94, der Bub ist 65 Jahre alt. «Er war ein Zangenkind», sagt sie.

Als Hanspeter 7 wurde, hätten ihn die Behörden in ein Heim einweisen wollen, erzählt die Mutter. Nach zwei ungut verlaufenen Versuchen von jeweils einer Woche habe sie gesagt: «Ich habe ihn geboren. Wir befehlen.» Dann packten sie und ihr Mann Hans den Sohn und fuhren mit ihm heim. «Wir setzten uns auf eine Bank und weinten wie Schlosshunde.» Sie wollte gar nicht mehr leben, aber ihr Mann habe gesagt: «Das ist jetzt unsere Aufgabe.» Seither sei Hanspeter zweimal für Hüftoperationen im Spital gewesen. Sonst waren sie jeden Tag zusammen. Lange zu dritt, seit Vatis Tod 1996 zu zweit.

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