Bern

Wie im Vorjahr – und trotzdem anders

BernGhirmay Ghebreslassie gewinnt den Grand Prix Bern zum zweiten Mal in Folge. Bei den Frauen reüssiert die Ukrainerin Viktoria Pogorielska.

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Der Favorit setzt sich durch. Ghirmay Ghebreslassie lässt sich wie im Vorjahr als Sieger des Grand Prix von Bern feiern. Wobei die beiden Auftritte des erst 21-jährigen Eritreers mit Ausnahme der Klassierung nicht viel gemein haben. Reüssierte der Marathon-Weltmeister vergangenen Frühling nach langem Sololauf, sah er sich am Samstag mit einem aufopfernd kämpfenden Widersacher konfrontiert.

Sylvester Kipchirchir leistete viel Führungsarbeit, der Kenianer musste erst kurz vor Ende des Aargauerstaldens abreissen lassen. «Letztes Jahr war ich sehr gut in Form. In diesem Jahr lief ich den GP am Ende einer Regenerationsphase», erwidert Ghebreslassie auf die Frage, warum die beiden Rennen derart unterschiedlich verlaufen seien. Adrian Lehmann, der in Köniz wohnhafte Oberaargauer, reihte sich auf den schönsten zehn Meilen der Welt, wie der GP von Einheimischen gerne genannt wird, als bester Schweizer auf Platz 4 ein.

Um zwei Einheiten weiter vorne klassiert ist Martina Strähl. Exakt eine halbe Minute trennten die für die LV Langenthal laufende Solothurnerin vom ersten Schweizer GP-Triumph seit 1998, als Franziska Rochat-Moser triumphierte. Schneller als Strähl war die Ukrainerin Viktoria Pogorielska, ihres Zeichens viermalige Frauenlauf-Gewinnerin. Nicht mit den Besten mitzuhalten vermochte Maja Neuenschwander.

Fragwürdige Selektionskriterien

Im Altstadt-GP verwies Andreas Kempf aus Düdingen den Eritreer Sium Zerehannes um 29 Sekunden auf Rang 2, bei den Frauen siegte auf der 4,7 Kilometer langen Strecke zum zweiten Mal in Folge Delia Sclabas. Die erst 16-jährige Kirchbergerin verkörpert in ihrer Altersklasse nicht nur im Laufsport, sondern auch im Duathlon und im Triathlon europäische Spitze.

Am Sonntag bestreitet sie im deutschen Forst einen Triathlon, weil Swiss Triathlon den Wettkampf in Baden-Württemberg zum einzigen Selektionsrennen für die Junioren-EM in Kitzbühel bestimmt hat und keine Wildcards vergeben will. Geplant ist, morgens um vier Uhr loszufahren, damit sie rechtzeitig am Start stehen wird. «Es gibt Angenehmeres, aber ich versuche, es locker zu nehmen», sagt die leicht erkältete Gymnasiastin.

Aus neutraler Optik ist schwer nachvollziehbar, weshalb es so weit kommt, Swiss Olympic sich nicht einschaltet. Zumal sich das Multisporttalent auch ohne solche Übungen an der Belastungsgrenze bewegt und es hierzulande keine gleichaltrige Triathletin gibt, welche Delia Sclabas das Wasser reichen kann. Im Vorjahr gewann die Bernerin an der Jugend-EM die Bronzemedaille.

Im untenstehenden Newsfeed finden Sie Bilder und Videos zum GP-Tag:

Streckenrekorde
GP (10 Meilen), Männer: Zersenay Tadesse (Eritrea/2004) in 46:04,9 Minuten (2:51 Minuten/km). – Frauen: Marleen Renders (Belgien/2002) in 52:58,7 Minuten. – Altstadt-GP, Männer: Günther Weidlinger (Ö/2006) 13:34,5 Minuten. – Frauen: Christine Carruzzo (Sion/2005) 15:31,8 Minuten.

Interaktive Karte
Wo haben Sie Ihre Kontrahenten abgehängt? Und wo rannten Sie, als die Schnellsten im Ziel einliefen? Das sehen Sie ab Samstagabend auf unserer interaktiven Karte auf gp17.bernerzeitung.ch. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.05.2017, 14:06 Uhr

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