Immer mehr Berner Haushalte verzichten aufs Auto

Region Bern

Gemäss einer Studie besass 2015 jeder dritte Haushalt im Mittelland kein Auto, in der Stadt Bern mehr als die Hälfte.

Sie weichen auf Velo oder öffentlichen Verkehrsmittel aus: Weniger als die Hälfte der Stadtberner Haushalte besitzt noch einen Personenwagen.

Sie weichen auf Velo oder öffentlichen Verkehrsmittel aus: Weniger als die Hälfte der Stadtberner Haushalte besitzt noch einen Personenwagen.

(Bild: istock)

In den rund 80 Gemeinden der Regionalkonferenz Bern-Mittelland gibt es immer mehr Haushalte ohne Auto. Das zeigt ein neuer Bericht. Gab es 2005 in dieser Region noch 28 Prozent Haushalte ohne PKW, waren es im Jahr 2015 bereits 33 Prozent.

Wie die Stadt Bern und die Regionalkonferenz Bern-Mittelland (RKBM) am Dienstag gemeinsam mitteilte, ist die Bedeutung des Autos für die Bevölkerung der Stadt Bern wesentlich geringer als in den anderen Gemeinden der Regionalkonferenz.

Während 2015 in den Gemeinden der grösseren Region Bern ein Drittel der Haushalte kein Auto besass, waren es in der Stadt Bern mit 57 Prozent mehr als die Hälfte aller Haushalte. Dieser Wert ist seit dem Jahr 2010 um vier Prozentpunkte gestiegen.

In der Schweiz haben gemäss Regionalkonferenz und Stadt Bern 22 Prozent aller Haushalte kein Auto. Der Bericht stützt sich auf die Daten des sogenannten Mikrozensus Mobilität und Verkehr 2015.

Dafür mehr öV-Abonnemente

Weniger Autos bedeutet mehr Abonnemente des öffentlichen Verkehrs (öV): 2015 waren 78 Prozent der Einwohner der RKBM-Gemeinden im Besitz eines öV-Abos, 2010 waren es 74 Prozent gewesen.

In der Stadt Bern verfügten vor drei Jahren 85 Prozent der Einwohner entweder über ein Generalabonnement, ein Libero-Abonnement oder ein Halbtax-Abonnement. 2010 waren es 81 Prozent.

Bezogen auf die zurückgelegte Distanz dominierte im Jahr 2015 bei der Bevölkerung der RKBM-Gemeinden der motorisierte Individualverkehr mit einem Anteil von 56 Prozent, gefolgt von Bahn, Bus und Tram mit 34 Prozent.

Im Gegensatz dazu legte die Bevölkerung der Stadt Bern mehr Kilometer mit dem öffentlichen Verkehr (48 Prozent) als individuell motorisiert zurück (42 Prozent). Im Vergleich zum gesamten Kanton Bern (63 Prozent) oder zum gesamtschweizerischen Mittel (66 Prozent) lagen die Anteile des motorisierten Verkehrs in der Stadt und in der Region Bern damit deutlich tiefer.

Wieder mehr Freizeitfahrten

Die Bewohner der RKBM-Gemeinden bewältigten 27 Prozent aller Wege zu Fuss, 10 Prozent mit dem Velo, 22 Prozent mit dem öffentlichen Verkehr und 40 Prozent motorisiert. In der Stadt betrug der Anteil des Fussverkehrs 30 Prozent, jener des Veloverkehrs 15 Prozent, jener des öffentlichen Verkehrs 32 Prozent und jener des motorisierten Individualverkehrs 22 Prozent.

Mehr als die Hälfte - zirka 52 Prozent - der von den Bewohnern der Region Bern zurückgelegten Distanzen waren 2015 Freizeitfahrten. Der Freizeitverkehr hat damit seit 2010 wieder zugenommen, nachdem er von 2005 (48 Prozent) auf 2010 (43 Prozent) abgenommen hatte.

Für die Freizeitfahrten war das Auto bei den Einwohnerinnen und Einwohnern der Region Bern mit einem Anteil von 56 Prozent an den zurückgelegten Distanzen das meistgenutzte Verkehrsmittel. Dieser Wert hat sich zwischen 2010 und 2015 nicht verändert. Städtische Werte dazu liegen nicht vor.

Anders sieht es bei den Pendlerfahrten aus: Der Auto-Anteil hat von 60 Prozent (2010) auf 44 Prozent (2015) der zurückgelegten Kilometer abgenommen, während der öV-Anteil an den Pendler-Kilometern von 33 auf 46 Prozent angestiegen ist.

mb/sda

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