Im Stadtrat regt sich Widerstand gegen die Formel-E-Rennen

Bern

Nun sind die Formel-E-Rennen in Bern im Sommer 2019 beschlossene Sache. Im Berner Stadtrat werden dazu kritische Stimmen laut.

<b>Autorennen vor dem Bundeshaus:</b> Diese Vorstellung gefällt im Berner Stadtrat nicht allen.

Autorennen vor dem Bundeshaus: Diese Vorstellung gefällt im Berner Stadtrat nicht allen.

(Bild: Keystone / Montage BZ)

Michael Bucher@MichuBucher
Markus Ehinger@ehiBE

Politikerinnen und Politiker schwanken zwischen Euphorie und Unverständnis, dass die Formel E im nächsten Jahr in Bern haltmacht. Bereits bevor die FIA, welche nicht nur die ­Formel-1-, sondern auch die Formel-E-Rennen veranstaltet, Bern am Freitag den Zuschlag für den E-Prix 2019 erteilte, waren die Reaktionen in der Politik geteilt gewesen.

Gleich zwei dringliche Vorstösse wurden im Stadtrat am 13. September eingereicht. In einer dringlichen Interpellation wollen Rahel Ruch (GB) und Katharina Gallizzi (GB) vom ­Gemeinderat Antworten auf acht Fragen.

So wollen sie unter anderem wissen, welchen ­Nutzen die Durchführung des ­E-Prix 2019 für die Stadt Bern aus Sicht des Gemeinderats hat und welchen Beitrag der E-Prix zur Erreichung der bernischen Energie- und Klimaziele hat.

Ruch und Gallizzi beziehen sich auch auf das erste Schweizer Formel-E-Rennen in Zürich vom vergangenen Juni. Dort beklagten sich Anwohner über Lärmbelästigungen, über die Beeinträchtigung des öffentlichen Verkehrs, über Absperrungen von ganzen Quartieren, über Beschädigung von Parkanlagen und über den Auf- und Abbauverkehr. Das Grüne Bündnis möchte vom Gemeinderat nun wissen, wie er gedenkt, solche Belastungen in Bern zu ver­hindern.

Einen Schritt weiter geht ­Luzius Theiler (GAP) mit einem dringlichen Postulat. Darin schreibt er: «Elektrorenn­wagen sind nur auf den ersten Blick umweltfreundlich. Mit bis zu 220 Kilometern pro Stunde durch Wohnquartiere zu rasen, widerspricht völlig einer städtischen Mobilitätsstrategie, die den Langsamverkehr fördern will.»

Theiler ersuchte deshalb den Gemeinderat, «zu prüfen, das geplante Rundstreckenrennen nicht zu bewilligen». Die beiden Vorstösse sind bisher noch für keine Stadtratssitzung traktandiert. Sie müssen aber bis spätestens Mitte November im Parlament behandelt werden. Luzius Theiler zeigte sich am Freitag befremdet darüber, dass der Gemeinderat das Rennen bewilligte, ohne vorher die Diskussion im Stadtrat abzuwarten.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt