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Im Frühling wachsen wieder 32'000 Tulpen am Aarehang

Hinter der Gärtnerei Ellenberger und Fuhrimann verbergen sich Dutzende von Terrassengärten für Blumen.

Hinter dieser abgerundete Holztür pflanzen Susanne Ellenberg und Ursi Fuhrimann ihre Blumen an. Bilder: Beat Mathys
Hinter dieser abgerundete Holztür pflanzen Susanne Ellenberg und Ursi Fuhrimann ihre Blumen an. Bilder: Beat Mathys

Treppen – hinunter und hinauf. Davon darf man sich nicht abschrecken lassen, wenn man die Gärtnerei Ellenberger und Fuhrimann in der Herrengasse besuchen will. Schon um in den Laden zu gelangen, steigt man etliche steile Stufen hinunter.

Dann aber wird jeder Besucher mit dem Duft von unzähligen Blumen und Pflanzen belohnt, im Moment riecht es ausserdem weihnächtlich nach Tannenzweigen, die am Boden verstreut liegen. Susanne Ellenberger und Ursi Fuhrimann führen die Gärtnerei schon seit fast 30 Jahren – und gar seit 1949 werden an diesem Standort am Aarehang in der Berner Altstadt Blumen verkauft.

In der Gärtnerei Ellenberger und Fuhrimann ist man sich einig: Das ist einer der schönsten Arbeitsplätze in der Altstadt.
In der Gärtnerei Ellenberger und Fuhrimann ist man sich einig: Das ist einer der schönsten Arbeitsplätze in der Altstadt.

Treppen. Noch mehr davon findet man, wenn man die abgerundete Holztür öffnet, die vom Laden nach draussen zu den Terrassengärten führt. Beet um Beet reiht sich fünfzig Meter den Hang Richtung Aare hinab. «Ja, einen viel schöneren Arbeitsplatz gibt es wohl nicht», sagt Susanne Ellenberger lächelnd, als sie auf der obersten Stufe steht und um sich blickt. Nach unten zum Fluss, nach links zum Münsterturm, um den noch einige hartnäckige Nebelschwaden wabern, nach rechts zur Kirchenfeldbrücke, wo gerade langsam ein Tram vorbeifährt.

Alles Handarbeit

Zur Gärtnerei gehören neben den terrassierten Beeten auch noch einige kleine Treibhäuser. Ein paar von ihnen sind schon hundert Jahre alt. «Davon gibt es in der Umgebung nur noch wenige», erzählt Ellenberger. Im Moment sieht man darin noch keine blühende Pracht, doch das ändert sich jeden Frühling. Denn der Betrieb pflanzt Jahr für Jahr über 32'000 Tulpenzwiebeln an, die dann im Laden verkauft werden.

Susanne Ellenberger freut sich auf die Zeit nach Weihnachten.
Susanne Ellenberger freut sich auf die Zeit nach Weihnachten.

«Dass wir all diese Blumen selber säen, ist nicht mehr üblich in unserer Branche, viele Blumengeschäfte beziehen ihre Tulpen von der Börse.» Es brauche viel Liebe zu den Pflanzen, um diese von A bis Z zu betreuen. Es gebe denn auch immer mehr Betriebe mit Hightechanlagen, die von der Belüftung über die Belichtung und die Bewässerung alles regeln. «Das können unsere alten Treibhäuschen natürlich nicht.»

Eigene Handschrift

Zurzeit sind die sieben Gärtnerinnen und Floristinnen aber nicht mit Tulpen, sondern vor allem mit Adventskränzen beschäftigt. «Es gibt Tage, an denen alle Mitarbeiterinnen stundenlang einen Kranz nach dem anderen herstellen», sagt Susanne Ellenberger. Hunderte davon werden in ungefähr sechs Wochen rund um die Weihnachtszeit kreiert.

Beet um Beet reiht sich fünfzig Meter den Hang Richtung Aare hinab. Hier werden pro Jahr 32'000 Tulpenzwiebeln angepflanzt.
Beet um Beet reiht sich fünfzig Meter den Hang Richtung Aare hinab. Hier werden pro Jahr 32'000 Tulpenzwiebeln angepflanzt.

Dabei gibt es in der Gärtnerei nicht nur die traditionellen regelmässigen Kränze aus Tannengrün und roten Kerzen, sondern vermehrt auch «exotischere» Varianten, die etwas wilder sind und mehr Bewegung aufweisen. «Es ist schön, wenn wir darin unsere Handschrift einarbeiten können.»

Susanne Ellenberger ist aber auch froh, wenn nach der hektischen Zeit um Weihnachten eine ruhigere auf sie zukommt. Der Frühling – auf diese Jahreszeit freut sie sich jeweils am meisten. Wenn die ersten eigenen Blumen wieder zum Verkauf bereitstünden, sei das immer ein spezieller Moment, meint die Gärtnerin und geht die letzten Stufen wieder hoch in den Laden. «Ja, diese Treppen. Sie sind wahrlich mein tägliches Fitnessprogramm.»

Für den BZ-Adventskalender schauen wir bis Weihnachten jeden Tag hinter eine Tür, die sonst nicht geöffnet wird oder werden darf. Unten können Sie nachlesen, wo wir bisher zu Besuch waren:

Was sich hinter dieser Tür im Berner Inselspital verbirgt, erfahren Sie im letzten Bericht unserer Serie: Die Adventstür vom 24. Dezember.
Was sich hinter dieser Tür im Berner Inselspital verbirgt, erfahren Sie im letzten Bericht unserer Serie: Die Adventstür vom 24. Dezember.
Christian Pfander
Durch diese gfürchige Tür dürfen nur wenige gehen. Wer das ist, erfahren Sie hinter der Adventstüre vom 23. Dezember.
Durch diese gfürchige Tür dürfen nur wenige gehen. Wer das ist, erfahren Sie hinter der Adventstüre vom 23. Dezember.
Florine Schönmann
Hinter dieser Tür im Erlacherhof befindet sich das Sitzungszimmers der Stadtregierung. Wie es dort aussieht, lesen Sie hier: Adventstüre vom 1. Dezember.
Hinter dieser Tür im Erlacherhof befindet sich das Sitzungszimmers der Stadtregierung. Wie es dort aussieht, lesen Sie hier: Adventstüre vom 1. Dezember.
Beat Mathys
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