Im Fall eines Skywork-Groundings sind Kunden schlecht geschützt

Im Fall eines Groundings von Skywork gibt es für Kunden wenig zu holen. Gekaufte Tickets wären wohl wertlos. Die Stiftung für Konsumentenschutz beklagt dies.

Tipp für Skywork-Kunden: Wer jetzt kein Ticket hat, kauft sich keines mehr.

Tipp für Skywork-Kunden: Wer jetzt kein Ticket hat, kauft sich keines mehr.

(Bild: Raphael Moser)

Johannes Reichen

Auf der Website von Skywork weist nichts auf ein drohendes Grounding hin. Der Winterflugplan ist aufgeschaltet, es können Tickets gekauft werden – für Oktober, November, Dezember und nächstes Jahr. Der Andrang dürfte gerade etwas kleiner sein als sonst.

Frei nach Rilke: Wer jetzt kein Ticket hat, kauft sich keines mehr. Was aber mit jenen, die eins haben? Was passiert mit gekauften Flugtickets, falls Skywork in den nächsten Tagen den Betrieb einstellen sollte?

Das fragen sich derzeit viele Personen, die eine Reise mit der Berner Fluggesellschaft ­gebucht haben. «Theoretisch hat der Kunde Anrecht auf einen Ersatz», sagt Josianne Walpen von der Stiftung für Konsumentenschutz.

«In der Praxis ist in solchen Fällen aber normalerweise kein Geld mehr vorhanden.» In diesem Fall sehe es schlecht aus, und höchstens noch ein Teil des bezahlten Betrags werde zurückerstattet.

Denn Fluggesellschaften seien leider nicht verpflichtet, eine Insolvenzversicherung abzuschliessen. «Das ist ein grosses Manko», sagt Walpen und fügt hinzu: «Es ist sehr bedauerlich, dass Konsumenten bei einem Grounding nicht besser geschützt werden.»

Falls Skywork aber noch zahlungsfähig ist, ist sie laut dem Bundesamt für Zivilluftfahrt verpflichtet, Lösungen zu suchen und eine Um­buchung auf eine andere Flug­gesellschaft vorzunehmen. Unklar ist die ­Situation bei einer Übernahme durch eine andere Fluggesellschaft. «Da gibt es viele verschiedene Varianten», sagt Walpen.

Glück hat, wer seinen Flug bei einem Reisebüro samt einer weiteren Dienstleistung gebucht hat. In diesem Fall deckt die Kundengeldabsicherung des Reisebüros den Verlust – sofern das Reisebüro über eine solche Versicherung verfügt. Das ist nicht immer so, wie derzeit die Geschichte des Belper Reise­büros Holiday Maker zeigt.

Berner Zeitung

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