«Im Ausland ist das Gamen salonfähig»

Bern

Auch wenn der E-Sport in der Schweiz boomt, steckt die Szene im internationalen Vergleich noch in den Kinderschuhen. Der Berner Cedric Schlosser will dies ändern.

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Christoph Albrecht

700 Steckerleisten, 1000 LAN-Kabel und Dutzende Stunden Aufbauarbeit: Für die Verantwortlichen war die LAN-Party in der Bernexpo-Halle eine Herkulesaufgabe.«Der Aufwand war riesig», sagt Cedric Schlosser. Der 23-Jährige hat den Event als Hauptorganisator mit drei Kollegen und 50 Freiwilligen auf die Beine gestellt.

Für den Wirtschaftsstudenten hat sich der Aufwand jedoch gelohnt: Seit dem Sommer war der Event mit über 500 Teilnehmern ausverkauft. «Wir hatten sogar ein Team aus Portugal», freut sich Schlosser. Vor drei Jahren hat der Stadtberner seine erste LAN-Party organisiert. «Damals kamen 50 Nasen.» Das grosse Interesse am diesjährigen Event zeige, dass die Szene hierzulande langsam erwachsen werde.

Sein Ziel hat Schlosser aber noch lange nicht erreicht: «Ich will die Schweizer Gaming-Szene weiter vorantreiben und künftig noch grössere Anlässe organisieren.» Sein Traum: eine LAN-Party im Stade de Suisse.

Dass dies nicht komplett unrealistisch ist, zeigt ein Blick ins Ausland. Etwa in Schweden finden zuweilen LAN-Partys mit über 20000 Gamern statt. «Im Ausland ist das Gamen eine salonfähige Sache», sagt Schlosser. An Turnieren in Asien oder in den USA würde um Preisgelder in Millionenhöhe gespielt.

Auch wenn sich der E-Sport hierzulande erst noch durchsetzen muss, ist Schlosser in der Szene längst kein Unbekannter mehr. Mit «MyInsanity» stellt er eines der grössten Gaming-Teams der Schweiz. Als Geschäftsführer nimmt er talentierte Junggamer unter Vertrag und schickt sie an internationalen Turnieren für «MyInsanity» ins Rennen. Das hat dem Team schon so viel Aufmerksamkeit gebracht, dass immerhin zwei der verpflichteten Gamer heute von den Sponsorgeldern leben können. Auch hier ist der Jungunternehmer ambitioniert: «Wir wollen die erste E-Sport-Firma der Schweiz sein, die das professionell betreiben kann.»

Die Reportage der LAN-Party folgt im Verlaufe des Morgens.

Berner Zeitung

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