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«Ich will mich selber bleiben»

Daheim im Gang übte sie, wie es sich mit Stöckelschuhen gehen lässt. Seit Leona Sigrist aus Mittelhäusern den Elite Model Look Contest gewonnen hat, gehört der Laufsteg für sie ebenso zum Alltag wie die Schulbank.

Elite Model 2008: Leona Sigrist aus Mittelhäusern
Elite Model 2008: Leona Sigrist aus Mittelhäusern
Walter Pfäffli
Model mit Model-Katalog
Model mit Model-Katalog
Walter Pfäffli
Grosses Medieninteress nach der Wahl.
Grosses Medieninteress nach der Wahl.
Keystone
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Mayonnaise aufs Brot streicht sie sich auch als «Elite»-Model noch. Und sie isst auch mal Pommes-Frites zum Znacht. Oder Schoggi zwischendurch. «Dünn war ich schon immer», sagt die 16-jährige Leona Sigrist aus Mittelhäusern. «Ich habe das Glück, dass ich nicht speziell auf meine Figur achten muss.» «Das hat sie geerbt», fügt Mutter Mariann Sigrist an. Auch sie sei früher sehr schlank gewesen. «Und Leonas Grossvater auch.» Mit ihren Eltern sitzt Leona Sigrist daheim in Mittelhäusern am Küchentisch. Die ruhigen Momente in ihrem Leben sind deutlich rarer geworden. Vor dreieinhalb Wochen hat die Schülerin in Zürich den Elite Model Look Contest gewonnen. Einen Wettbewerb, an dem vor ihr Schweizer Models wie Nadine Strittmatter und Patricia Schmid entdeckt wurden, die inzwischen international Karriere gemacht haben.

Blumen vom Ortsverein

«Der Ansturm war riesig», sagt Leona Sigrist. Ab 9 Uhr früh habe am Morgen nach der Wahl das Telefon ununterbrochen geklingelt. Medienanfragen, Gratulationen: Das neue «Elite»-Model hatte kaum eine ruhige Minute. «Alle haben angerufen.» Später kamen dann auch zwei Mitglieder Ortsvereins bei der Dorfschönheit vorbei. «Sie haben mir einen Blumenstrauss gebracht.»

Inzwischen hat sich der Rummel wieder etwas gelegt. Doch Leona Sigrists Leben hat sich verändert. An der Schule in Bern, wo sie das 10. Schuljahr absolviert, hat sie jetzt einen Sonderstatus, wie er auch für junge Talente im Sport oder in der Musik möglich ist. Hat sie Aufträge, kann sie fehlen. «Ich melde sie dann jeweils in der Schule ab», sagt Mutter Mariann Sigrist. Einfach blau machen liege also nicht drin. Und Schulstoff bleibt Schulstoff: «Was ich verpasse, muss ich selber nacharbeiten», sagt Leona Sigrist. Streng sei das schon. Ein bis zwei Tage pro Woche hat sie seit ihrem Sieg gefehlt. «Ich lerne oft im Zug», sagt die Schülerin, denn viele ihrer Aufträge seien in Zürich.

Auch wenn die Schule vorerst Priorität hat: Der Sprung in die grosse, weite Modelwelt reizt. «Ich wusste bis jetzt eh nie, was ich lernen möchte», sagt die junge Frau. Deshalb kann sie sich gut vorstellen, nach diesem Schuljahr verstärkt auf das Modeln zu setzen. «Eigentlich hat sie ja nichts anderes als einen Lehrvertrag erhalten», meint Vater Stephan Sigrist zum Vertrag mit einer renommierten Zürcher Modelagentur, den seine Tochter gewonnen hat.

Frieren im Fluss

Ganz selbstverständlich erzählt die junge Frau von der Welt, die sie jetzt kennen lernt. «Es war bis jetzt immer interessant», meint sie zu den Modeshows und Fotoshootings, die sie gemacht hat. Schuhe mit Absätzen trägt sie privat zwar kaum. Doch auf den Laufstegen kommt sie damit schon gut zurecht. «Ich habe einfach daheim im Gang etwas geübt.» Dass sie diese Woche für ein Schweizer Lifestyle-Magazin gar mit Pferd im Wald posieren konnte, hat der Pferdenärrin, die fürs Leben gerne reitet, besonders gefallen. Auch wenn sie schliesslich noch bei Regen in den kalten Fluss steigen musste. «Das gehört eben auch dazu.»

Eine weitere grosse Herausforderung wird für Leona Sigrist am 1. November der Elite-Welt-Contest in Südchina sein. Für zwei Wochen reist sie – zusammen mit ihrer Mutter – dorthin.

Auch wenn die Modelwelt oft als Haifischbecken und knallhart gilt: Leona und ihre Eltern haben das bis jetzt nicht so erlebt. «Wir sind positiv überrascht», sagt Vater Stephan Sigrist. Es laufe alles sehr seriös. «Ich muss aber fast ununterbrochen Leute beruhigen, die sich Sorgen um Leona machen», fügt Mariann Sigrist an. Leona nimmt das gelassen und meint: «Ich will einfach mich selber bleiben.»

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