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«Ich war schon immer in Autos vernarrt»

Bryan Gerber konnte an der WM in Brasilien internationale Gokartluft schnuppern.

Träumt von einer weiteren WM: Bryan Gerber.
Träumt von einer weiteren WM: Bryan Gerber.
Thomas Peter

«Was sind eure Träume?», fragte Gemeinderat Kurt Heiniger die Jungbürgerinnen und Jungbürger von Rohrbachgraben, als diese kürzlich eingeladen waren, den Bürgerbrief in Empfang zu nehmen. Von Bryan Gerber erhielt er keine Antwort. Zwar liegt sein Elternhaus gleich neben dem Schulhaus, wo die Gemeindeversammlung stattfand. Doch an diesem Samstag war er in Brasilien. «Er weilt an den Weltmeisterschaften der Gokartfahrer», informierte Kurt Heiniger.

Szenenwechsel: Knapp eine Woche später ist Bryan Gerber wieder zu Hause. «Ich war schon immer in Autos vernarrt», räumt er ein, «und bastelte bereits als Schüler am liebsten an diesen herum.» Mit Gokarts kam er erstmals im Race-Inn Roggwil in Kontakt, wohin ein Kollege ihn mitnahm. Mit seiner Leidenschaft fiel der Apfel für einmal weit vom Stamm. Heinz Gerber, der Vater von Bryan, ist Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer sowie Eigentümer der Firma Swissteach AG. Seine Firma realisiert Bildungsportale, welche Kunden weltweit für die Aus- und Weiterbildung sowie die Personalentwicklung in Unternehmen einsetzen.

Die ideale Ergänzung

Doch auch Heinz Gerber liess sich von der Leidenschaft seines Sohnes anstecken und kaufte ihm Rennkarts. Er chauffierte ihn bisher an die Rennen. Diese werden selbst für die Schweizer Meisterschaften auch im nahen Ausland ausgetragen. Denn im Inland gibt es nur in Wohlen AG eine wettkampftaugliche Rennbahn. Selbstverständlich war er nun auch in Conde in Brasilien an der Seite seines Sohnes. «Er hat grosses Potenzial», stellt der Vater stolz fest. Für ihn selbst sei dieses Engagement für den Sohn eine ideale Ergänzung zum Beruf. Zudem gebe es auch bei einem Rennfahrer durchaus Parallelen zum Unternehmer: «Jederzeit mit vollem Einsatz an die Grenzen zu gehen, ist Garant für den Erfolg. Fair, aber hart in der Sache.»

Sechs Rennen waren auf dem Weg nach Conde an der brasilianischen Atlantikküste zu bestreiten. Der Auftakt fand an Pfingsten in Wohlen statt, dann ging es weiter nach Frankreich, nach Italien und wieder nach Frankreich, ehe auf dem Rundkurs in Wohlen das Finale ausgetragen wurde. Bryan Gerber startet in der Rotax-Meisterschaft, benannt nach einem österreichischen Motorenhersteller, der zum Bombardier-Konzern gehört. Dort werden einheitliche Motoren verwendet, die plombiert sind und nicht getunt werden dürfen.

Fitness und Konzentration

Doch welche Voraussetzungen muss ein erfolgreicher Gokartfahrer mitbringen? Bryan Gerber nennt Fitness, Koordinations- und Konzentrationsfähigkeit. Einen wichtigen Beitrag leiste auch sein Mechaniker Willi Meister. Dieser stelle ihm seinen Kart bei jedem Rennen auf die vorherrschenden Bedingungen ein. Dabei berücksichtige er sowohl die Rückmeldungen des Fahrers wie seine eigene Erfahrung.

Mit seinem Auftritt in Südamerika ist Bryan Gerber nicht ganz zufrieden. Sein Ziel war es, sich für den Final der 36 Besten zu qualifizieren. Nach zwei verpatzten Läufen mit Unfällen blieb ihm dies verwehrt.

Es bleibt ein Hobby

Doch wovon träumt er nun, der WM-Teilnehmer aus Rohrbachgraben? «An der WM 2019 in Italien teilnehmen zu können und mich dort für den Final zu qualifizieren», sagt er. Dafür will er fortan nicht nur an den Schweizer Meisterschaften starten. Dort sei das Feld zu klein, um Erfahrungen für die WM zu sammeln. «Und vielleicht», ergänzt Bryan Gerber, «reicht es einmal sogar für den Start in einem grossen Rennauto.»

Ein Hobby würden Autorennen für ihn aber bleiben, gibt er sich realistisch. Denn leben könne man davon nur ganz an der Weltspitze. Ganz aufs Auto muss er in seinem Berufsleben jedoch nicht verzichten: Inzwischen steht er im dritten Lehrjahr als Automechaniker. Und mit 18 Jahren darf er nun auch selbst Auto fahren.

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