Plaffeien

Brandstifter stehen vor Gericht

PlaffeienVor gut drei Jahren ist das Hotel Kaiseregg auf seine Grundmauern abgebrannt. Seit Dienstag stehen zwei Angeklagte vor Gericht.

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Geht ein denkmalgeschütztes Haus in Flammen auf, das der Besitzer gerne loswerden würde, kommen schnell Gerüchte auf, der Brand sei gelegt worden. So auch, als im Januar 2015 das Hotel Kaiseregg in Plaffeien abbrannte. Die Ermittler fanden keinen Brandbeschleuniger oder andere Anzeichen dafür, dass der Brand absichtlich gelegt worden war.

Doch gut ein Jahr später gestand ein Mann, das Feuer gelegt zu haben – dies, als die Polizei ihn wegen einer anderen Straftat befragte. Der 35-Jährige sagte aus, ihm sei Geld versprochen worden, wenn er das Hotel anzünde. Er ist bereits im Dezember im Rahmen eines vereinfachten Verfahrens verurteilt worden.

Am Dienstag nun mussten sich der mutmassliche Drahtzieher und der Gebäudebesitzer vor dem Strafgericht des Saanebezirks verantworten: Die Freiburger Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, den Brand geplant und den Brandleger zur Tat angestiftet zu haben.

«Leben zerstört»

Der mutmassliche Drahtzieher sieht sich als Opfer von Generalstaatsanwalt Fabien Gasser. Dieser habe alles daran gesetzt, Beweismittel gegen ihn zu finden. Sein Leben sei zerstört, sagte der 40-Jährige.

Der 61-jährige Besitzer des Hotels sagte, es schmerze ihn, vor Gericht zu sein. «Ich habe nie geplant, das Hotel anzuzünden, und noch weniger habe ich geholfen, es abzubrennen.» Der Mann ist auf Kaution frei.

Generalstaatsanwalt Gasser betrachtet den 40-Jährigen als Drahtzieher. «Er streitet alles ab, stellt sich als Opfer dar und schiebt die Schuld auf andere ab», sagte Gasser. Dabei hätten zahlreiche Personen die Angaben des verurteilten Brandstifters bestätigt und die Angeklagten belastet.

Der Besitzer habe dem 40-Jährigen die Hälfte der Wohnungen, die er anstelle des Hotels bauen wollte, versprochen, sollte das Hotel abbrennen. Der 40-Jährige habe immer «schwache Leute mit Problemen um sich, die er unter Druck setzen kann», sagte Gasser. Genau das habe er mit dem späteren Brandstifter gemacht. Und damit er auch noch Geld von der Versicherung kassieren könne, habe er mehrere seiner Fahrzeuge beim Hotel parkiert; auch sie gingen in Flammen auf.

Gasser forderte für den Besitzer eine dreissigmonatige Haftstrafe, sechs Monate davon unbedingt. Der mutmassliche Drahtzieher habe «eine schwere Strafe verdient», so Gasser: fünfeinhalb Jahre unbedingt.

«Nur Spekulationen»

Stefan Disch, der Verteidiger des 40-Jährigen, zerzauste die Anklageschrift des Staatsanwalts: Er bringe keine Beweise vor, sondern stütze sich rein auf Aussagen und Behauptungen. «Es gibt nicht einmal einen materiellen Beweis dafür, dass der Brand im Hotel gelegt worden ist.»

Auch Jacques Piller, der Verteidiger des Besitzers, plädierte auf einen Freispruch. «Mein Mandant hat das Hotel gekauft, um es mit seiner Frau zu führen.» Dabei habe ihm die Denkmalpflege einen Strich durch die Rechnung gemacht. «Das Ausbauprojekt wurde viel zu teuer», so Piller. «Aber warum hätte er das Hotel anzünden lassen sollen? Die Gemeinde wollte den Zonenplan ändern, so dass er das Gebäude doch noch hätte abreissen können.» Der Staatsanwalt lege nur Spekulationen vor, keine Beweise.

Das Urteil wird am 21. März bekanntgegeben. (Freiburger Nachrichten)

Erstellt: 13.03.2018, 15:06 Uhr

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