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Hohe Erwartungen an den Stapi für alle

Überraschend deutlich ist der Grüne Alec von Graffenried zum neuen Berner Stadtpräsidenten gewählt worden. Er positionierte sich als Brückenbauer und «Stapi für alle». Mit entsprechend hohen Erwartungen wird er sich nun konfrontiert sehen.

Mirjam Messerli
Stapi-Kandidatin Ursula Wyss sei im Vorfeld der Wahl als «machthungrige, distanzierte Favoritin» dargestellt worden, findet die SP Stadt Bern.
Stapi-Kandidatin Ursula Wyss sei im Vorfeld der Wahl als «machthungrige, distanzierte Favoritin» dargestellt worden, findet die SP Stadt Bern.
Keystone
Die Wahl fiel viel deutlicher aus als erwartet.
Die Wahl fiel viel deutlicher aus als erwartet.
Andreas Blatter
Von Graffenried  wurde mit 57,91 Prozent der Stimmen gewählt.
Von Graffenried wurde mit 57,91 Prozent der Stimmen gewählt.
Andreas Blatter
Zudem gewinnt Alec von Graffenried in allen sechs Stadtberner Zählkreisen.Innere Stadt: AvG 3660 Stimmen, Wyss 2873 StimmenLänggasse/Felsenau: AvG 2561 Stimmen, Wyss  2288 StimmenMattenhof/Weissenbühl: AvG 3602 Stimmen, Wyss 3227 StimmenKirchenfeld/Schosshalde: AvG 6136 Stimmen, Wyss 3391 StimmenBreitenrain/Lorraine: AvG 3623 Stimmen, Wyss 3397 StimmenBümpliz/Bethlehem: AvG 4167 Stimmen, Wyss  2086 Stimmen
Zudem gewinnt Alec von Graffenried in allen sechs Stadtberner Zählkreisen.Innere Stadt: AvG 3660 Stimmen, Wyss 2873 StimmenLänggasse/Felsenau: AvG 2561 Stimmen, Wyss 2288 StimmenMattenhof/Weissenbühl: AvG 3602 Stimmen, Wyss 3227 StimmenKirchenfeld/Schosshalde: AvG 6136 Stimmen, Wyss 3391 StimmenBreitenrain/Lorraine: AvG 3623 Stimmen, Wyss 3397 StimmenBümpliz/Bethlehem: AvG 4167 Stimmen, Wyss 2086 Stimmen
Ursula Wyss ist die grosse Wahlverliererin. Sie kommt nur auf 42 Prozent.
Ursula Wyss ist die grosse Wahlverliererin. Sie kommt nur auf 42 Prozent.
Andreas Blatter
Ursula Wyss zeigt sich als enttäuschte aber faire Verliererin.
Ursula Wyss zeigt sich als enttäuschte aber faire Verliererin.
Urs Baumann
Sie gratuliert Alec von Graffenried zum Wahlsieg.
Sie gratuliert Alec von Graffenried zum Wahlsieg.
Andreas Blatter
Alt-Stapi Alexander Tschäppät (rechts) gratuliert von Graffenried.
Alt-Stapi Alexander Tschäppät (rechts) gratuliert von Graffenried.
Andreas Blatter
Alec von Graffenried wird für den Medienmarathon geschminkt.
Alec von Graffenried wird für den Medienmarathon geschminkt.
Andreas Blatter
Der alte Stapi und der neu: Holt sich Alec von Graffenried (rechts) erste Tipps von Alex Tschäppät?
Der alte Stapi und der neu: Holt sich Alec von Graffenried (rechts) erste Tipps von Alex Tschäppät?
Urs Baumann
Wahllsieger Alec von Graffenried freut sich mit seiner Frau Cornelia Häfliger und...
Wahllsieger Alec von Graffenried freut sich mit seiner Frau Cornelia Häfliger und...
Urs Baumann
...seiner Tochter Isabelle und Sohn Moritz (rechts).
...seiner Tochter Isabelle und Sohn Moritz (rechts).
Urs Baumann
Die SP kann schon wieder lachen: Alex Tschäppät munter Wahlverliererin Ursula Wyss auf.
Die SP kann schon wieder lachen: Alex Tschäppät munter Wahlverliererin Ursula Wyss auf.
Urs Baumann
1. Amtshandlung: Der neue Stadtpräsident Alec von Graffenried lädt im Berner Rathaus alle Anwesenden zum Apero ein.
1. Amtshandlung: Der neue Stadtpräsident Alec von Graffenried lädt im Berner Rathaus alle Anwesenden zum Apero ein.
Urs Baumann
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Alec von Graffenried (GFL) ist Berns neuer Stadtpräsident. Es hatte sich nach dem ersten Wahlgang abgezeichnet, dass Ursula Wyss (SP) es schwer haben würde, den bündnisinternen Konkurrenten auf der Ziellinie noch abzufangen – dass von Graffenrieds Vorsprung aber derart deutlich ist, überrascht doch.

Ein Stadtpräsident für alle werde er sein, verspricht von Graffenried. Er positionierte sich als Brückenbauer und hat damit mehr Bernerinnen und Berner angesprochen als die pointiert links politisierende Ursula Wyss. Von Graffenried nutzte geschickt den Bonus des Neuen, in den sich mehr hineininterpretieren lässt. Es ist ihm auch gelungen, Stimmen aus dem bürgerlichen Lager abzuholen. Entsprechend hoch sind nun die Erwartungen, die an den Stapi für alle von allen Seiten gestellt werden. Es wird von Graffenrieds grosse Herausforderung werden, den Spagat zwischen diesen Ansprüchen und seiner eigenen Haltung zu meistern. Dabei wird der Stapi nicht darum herumkommen, Entscheidungen zu treffen, für die er kritisiert wird.

Von Graffenrieds Triumph ist eine herbe Niederlage für die SP. Nach 24 Jahren verliert die grösste Partei das Stadtpräsidium. Fast vergessen geht dabei, dass die SP weiterhin mit zwei Mitgliedern in der Stadtregierung vertreten ist und dass das Rot-Grün-Mitte-Bündnis mit vier Sitzen die absolute Übermacht hat. Ein schwacher Trost dürfte für die SP auch sein, dass sie das Stadtpräsidium «nur» bündnisintern abtreten muss.

Die SP hatte sich entschieden, das Bündnis über alles zu stellen. Nun dürfte sich die Partei fragen, ob das der richtige Weg war: Das Bündnis geht zwar noch stärker aus diesen Wahlen hervor, die SP verliert aber das Präsidium. Ursula Wyss trug die für sie grosse Niederlage mit bewundernswerter Würde. Es ist diese Professionalität, die nun im Gemeinderat von allen gefordert sein wird. Der Wahlkampf ist vorbei. Von heute an geht es darum, die Stadt Bern gemeinsam voranzubringen.

Mail: mirjam.messerli@bernerzeitung.ch

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