Hoch hinaus an der BEA

1 Stunde und 11 Minuten. So lange dauerte die offizielle Feier zur Eröffnung der diesjährigen BEA. Die Zeremonie mit zahlreichen Showelementen war perfekt durchorchestriert.

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Markus Ehinger@ehiBE

29 Sekunden. So lange dauerte es, bis Franziska von Weissenfluh am Freitag sämtliche politischen Ehrengäste – notabene nur mit deren Funktion und nicht mit ­deren Namen – an der offiziellen BEA-Eröffnung begrüsste.

Die Verwaltungsratspräsidentin der Bernexpo Holding AG durfte aber auch mehrere Hundert bekannte Gesichter aus der Wirtschaft, aus der Gesellschaft und aus dem Sport in der Curlinghalle empfangen. Ganz besonders willkommen geheissen wurde Hanspeter Kienberger, Verwaltungsratspräsident der Berner Young Boys.

«YB hat dank des Meistertitels Bern in eine kollektive Ekstase versetzt», sagte Franziska von Weissenfluh. Es folgten Jubelschreie und grosser Applaus.Die BEA-Eröffnung ist so etwas wie ein inoffizieller Feiertag in Bern. Alles, was Rang und Namen hat, ist auf den Beinen.

«YB hat dank des Meistertitels Bern in eine kollektive Ekstase versetzt.»Franziska von Weissenfluh über die Young Boys

Alle freuen sich auf die traditionsreiche Frühjahrsmesse. Die äusseren Bedingungen zum Start der 67. BEA waren optimal: trockene Witterung, knapp 20 Grad. So mögen es die Aussteller.

Durchorchestrierte Show

2 Minuten und 26 Sekunden. So lange dauerte es, bis Fechter Fabian Kauter den Hindernisparcours «Urban Playground», einer der diesjährigen BEA-Höhepunkte, absolviert hatte. Dieser Parcours, der ein bisschen an «Ninja Warrior» erinnert, wurde gekonnt in die Eröffnungsfeier integriert.

Hangeln, balancieren, klettern: Profisportler stellen am Urban Playground ihr Geschick unter Beweis. Video: Salome Studer

In früheren Zeiten genügten zum BEA-Start noch ein Jodlerchörli und eine Ansprache. Am Freitag standen zwar beim Eingang immer noch Jodler und Alphornbläser für die Berner Prominenz Spalier.

Drinnen ging aber die Post ab. Die Show war perfekt durchorchestriert. Die BEA scheute keine Kosten und bewies mit der Show, dass sie Tradition und Moderne miteinander verbinden und Live­momente inszenieren kann.

Ein Zürcher Moderator

34 Sekunden. So lange dauerte es, bis Moderator Stefan Büsser, bekannt von Radio SRF 3, die Gäste im Sack hatte. Manch eine(r) fragte sich zu Beginn noch, ­warum ausgerechnet ein Zürcher die BEA-Eröffnung moderieren müsse. Haben wir denn keine ­guten Berner Moderatorinnen und Moderatoren?

Mit seiner frechen und witzigen Art überzeugte er aber die Skeptiker. «Die schlechte Nachricht vorneweg: Ich bin ein Zürcher», sagte ­«Büssi» und ergänzte: «Ich bin ein guter Zürcher. Ich gehe nämlich heute wieder zurück.»

Die Show stand unter dem Motto «Primetime Berne». Dieses Motto nahm Franziska von Weissenfluh in ihrer Begrüssungsrede auf. Sie betonte, dass die BEA für ihre rund 300 000 Besucherinnen und Besucher sowie die rund 1000 Aussteller die Primetime sei. «Die BEA ist ein fester Wert im bernischen Jahreskalender», sagte die Bernexpo-Präsidentin.

Sie verschwieg aber auch nicht, dass die Zeiten, in denen die BEA ein Selbstläufer war, längst vorbei sind. Die Wahrheit ist: «Die Messebranche im In- und Ausland hat heftig zu kämpfen. Sie steckt in einer strukturellen Krise.» Der Wettbewerb unter den Messestand­orten sei hart, betonte von Weissenfluh. Bern müsse sich deshalb bewusst sein, was auf dem Spiel steht.

Franziska von Weissenfluh macht sich deshalb stark für die neu geplante Halle, welche dereinst die Festhalle ersetzen soll. Voraussichtlich im November 2019 kann das Stadtberner Stimmvolk über den Kredit für die «BEmotion Base» abstimmen. «Wir wünschen uns sehr, dass die Bevölkerung uns dann mit ihrem Votum das Vertrauen schenkt.»

Vielfalt. Tradition. Menschen

5 Minuten und 28 Sekunden. So lange dauerte der muntere Talk, den Stefan Büsser mit Jennifer Somm, CEO der Bernexpo Groupe, führte. Büsser wollte unter anderem wissen, was das Geheimnis der BEA sei. Somm brachte es mit drei Worten auf den Punkt: «Vielfalt. Tradition. Menschen».

5 Minuten und 43 Sekunden. So lange dauerte das Gespräch von Büsser mit den zwei Gymnasiasten Francesca Campaniello und Madani Sakho. Die beiden Jungunternehmer präsentierten ihre Erfindungen: einen ­Aare­sack 2.0 und Lautsprecher, die wasserfest sind. Entstanden sind die Ideen der beiden Start-ups an der Aare, was Büsser zur Bemerkung «Die Aare ist das Silicon Valley von Bern» verleiten liess.

«Vielfalt. Tradition. Menschen.»Jennifer Somm über das Geheimnis der BEA

7 Minuten und 54 Sekunden. So lange dauerte der Auftritt von Krokus-Legende Marc Storace. Zusammen mit «Live Strings» gab er ein kurzes, aber viel um­jubeltes Konzert. Ob Storace auch an der BEA aufgetreten ­wäre, wenn er vor 38 Jahren den damals verstorbenen AC/DC-Sänger Bon Scott ersetzt hätte?

«Weil es hier schön ist»

1 Minute und 23 Sekunden. So kurz dauerte der Talk, den Büsser zum Schluss mit prominenten Politikern führte. Von Grossratspräsidentin Ursula Zybach (SP) wollte er wissen, warum man die BEA besuchen solle. Ihre kurze Antwort: «Weil es hier schön ist.» Als Regierungsrat und Noch-Regierungspräsident sei er so etwas wie Stammkunde bei der BEA-Eröffnung, sagte Bernhard Pulver (GFL).

Zur Eröffnungsshow meinte er: «Die BEA-Verantwortlichen sagen, dass sie sich weiterentwickeln wollen. Das spürt man.» Zu Burgergemeindepräsident Bernhard Ludwig sagte Büsser: «Herr Ludwig, Sie als Fürsprecher: Was spricht dafür, dass man an die BEA kommt?»

Ludwigs Antwort: «Die BEA gehört einfach zu Bern.» Nach dem YB-Meistertitel und der BEA-Eröffnung komme die Stadt gar nicht mehr zum Feiern raus, sagte «Büssi» schliesslich zu Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL). Dieser meinte: «Genau, der Monat Mai ist zum Feiern da. Im Juni arbeiten wir dann wieder. Oder schauen die WM.»

2 Sekunden. So lange dauerte es, bis die prominenten Gäste das Eröffnungsband durchschnitten. Damit war die BEA offiziell eröffnet. 9 Tage. So lange dauert die BEA 2018 noch.

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