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Hoch die Lanzen

Mit dem Schifferstechen lebt am Samstag in der Berner Matte ein mittelalterliches Turnier wieder auf. Es gilt, seinen Gegner mittels gepolsterter Lanze ins Wasser zu stossen.

Ritterspiele auf dem Wasser: Christoph Bichsel vom Wasserfahrverein Bern Neubrücke (l.) und Oliver Aebi vom Aare-Club Matte Bern zeigen, wie das Schifferstechen funktioniert.
Ritterspiele auf dem Wasser: Christoph Bichsel vom Wasserfahrverein Bern Neubrücke (l.) und Oliver Aebi vom Aare-Club Matte Bern zeigen, wie das Schifferstechen funktioniert.
Remo Eisner
Der Sieger steht fest.
Der Sieger steht fest.
Remo Eisner
Der Verlierer geht baden.
Der Verlierer geht baden.
Remo Eisner
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Im Spätmittelalter war der Kampfsport des Schifferstechens in ganz Europa populär. Bei ­diesem Wettkampf auf dem ­Wasser gilt es, von Schiffen aus seinen Gegner mittels einer Lanze ins Wasser zu stossen.

Früher kämpften die Stecher mit Harnisch, Schild und spitzer Lanze, was immer wieder zu Unfällen und zum Ertrinken führte. In Bern sind diese Turniere im Verlauf der Jahrhunderte in Vergessenheit geraten.

Am kommenden Samstag aber findet wieder ein Schifferstechen statt, im Tych im Mattequartier. Die Waffe, die dabei zum Einsatz kommt, ist freilich nicht mehr ­lebensgefährlich.

Initiiert wurde der Event von Andreas Urfer, Präsident der Gesellschaft zu Schiffleuten der Burgergemeinde Bern, sowie von Martin Seiler, dem Präsidenten des Aare-Clubs Matte Bern. «Die Idee ist es, ein neues Volksfest zu lancieren, das alle drei Jahre stattfinden könnte», sagen die Initianten. «Man könnte dies im Turnus mit Basel und Zürich durchführen, wo solche Turniere bereits seit Jahren stattfinden.»

Ablauf und Spielregeln

Für das Schifferstechen haben sich über 30 Leute angemeldet, die wettkampfmässig mitmachen werden. «Es freut uns besonders, dass auch Frauen dabei sind», meint Seiler. Unter den männlichen Wettkämpfern finden sich auch einige bekannte Namen, etwa SVP-Nationalrat Erich Hess, Federico Lardi von den SCL Tigers, Sven Gubler, Direktor von Bern-City.

«Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben wir Mitte Juni ein Probestechen – an Land, nicht auf dem Wasser – durchgeführt», sagt Urfer. Dabei wurden ihnen auch der Ablauf und die Spielregeln erklärt.

«Wer ins Wasser fällt, wird wieder ins Boot gezogen.»

Martin Seiler, Mitorganisator

Und so funktioniert es: Zwei zehn ­Meter lange Schiffe, sogenannte Weidlinge, werden von je zwei Ruderern gefahren. Die Stecher stehen hinten im Kahn auf einem Podest und tragen eine sechs Meter lange Lanze aus Bambus, wo zuvorderst ein runder Teller aus Kunststoff befestigt ist.

Wenn die Weidlinge längsseitig gegeneinander zufahren, gilt es, die Gegnerin oder den Gegner auf Brusthöhe – und nur dort – zu treffen und ins Wasser zu stossen. Fallen beide ins Wasser oder bleiben beide oben, entscheidet das Los über den Sieg. Wer die Lanze fallen lässt, an der gegnerischen zieht oder sich daran festhält, wird vom Turnier ausgeschlossen. «Wer ins Wasser fällt, wird wieder ins Boot gezogen», so Seiler. Für zusätzliche Sicherheit seien während des Turniers Berufstaucher der Sanitätspolizei im Einsatz.

Festzelt und Eventpark

Im Mattequartier wird am Samstag nicht nur auf dem Wasser ­etwas geboten. Auf dem Mühleplatz steht ein Festzelt, wo es Trink- und Essbares gibt. Zudem kann sich das Publikum auf dem Festgelände in einem Eventpark vergnügen. Dort können Kinder im Trockenen, auf einer aufblasbaren Insel, das Schifferstechen üben. Auf einem Parcours können ferner Knoten erlernt werden, die Wasserfahrer und Schiffleute verwenden.

Am Samstag, 11 Uhr,wird auf dem Mühleplatz die Festwirtschaft eröffnet. Um 14.30 Uhr beginnt das Turnier, Siegerehrung um 18.30 Uhr. Von 19 bis 20 Uhr Weidlingsfahrten für jedermann, bis 11.30 Uhr Festwirtschaft.

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