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Hoarau spielt bei YB in neuen Dimensionen

Am Samstag greift YB-Stürmer Guillaume Hoarau an einem Box-Event wieder einmal in die Saiten. Wenn sich Spieler abseits des Rasens exponieren, kann das für den Klub zum Problem werden. Im Falle Hoarau ist es eher ein Segen.

Nebst dem Fussball ist die Musik Hoaraus zweite grosse Leidenschaft.
Nebst dem Fussball ist die Musik Hoaraus zweite grosse Leidenschaft.
Urs Baumann

Cristiano Ronaldo lanciert eine eigene Unterwäschekollektion, Victor Valdes bringt eine Dating-App raus und Lukas Podolski eröffnet eine Eisdiele. Gewisse Fussballer haben neben dem runden Leder noch eine andere Leidenschaft, die sie in der Öffentlichkeit wahrnehmbar macht. Auch die Young Boys wissen mit Guillaume Hoarau einen Kicker in ihren Reihen, der auch abseits des Rasens für Musik sorgt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Dass der YB-Goalgetter aus Frankreich hin und wieder in der Öffentlichkeit zu Gitarre und Mikrofon greift, dürfte in und um Bern seit geraumer Zeit bekannt sein. Sei es spontan am Jahresendfest von YB, zusammen mit dem Berner Chansonnier Oli Kehrli auf dessen Album oder als Special-Guest bei einem Konzert der Berner Reggae-Combo Open Season. Hoaraus neuster musikalischer Auftritt findet diesen Samstagabend beim Box-Event «Kultur im Ring» in Bern statt. Dort wird er zusammen mit einer neunköpfigen Band die Boxfans mit seinen Reggae-Rhythmen beschallen.

Der Gig der Band, bei der wiederum Mitglieder von Open Season dabei sind, dient dabei als Pausenunterhaltung, wie es in einer Medienmitteilung der Kommunikationsagentur LS Creative heisst. Das Berner Unternehmen organisiert bereits zum dritten Mal den Profibox-Anlass (siehe Infobox).

Erst der Fussball, dann die Gitarre

Wie ist das eigentlich für den Arbeitgeber, wenn eine populäre Fussballfigur wie Guillaume Hoarau abseits des Rasens im Rampenlicht steht? Braucht der 33-jährige Stürmer die Genehmigung von YB, wenn er an einem freien Wochenende an einem Gig in die Saiten greifen will? «Ja, die braucht er. Denn die Interessen des BSC Young Boys als Arbeitgeber geniessen erste, zweite und dritte Priorität», sagt YB-Mediensprecher Albert Staudenmann. Erst danach ziehe man andere Auftritte in Betracht.

Grundsätzlich lasse sich sagen, dass der BSC Young Boys nichts dagegen habe, wenn ein Spieler seine besonderen Talente neben dem Fussball auslebe. Aber es müsse halt alles im Rahmen bleiben, so Staudenmann weiter. Dieser Rahmen wäre beispielsweise gesprengt, sollte Hoarau an einem politischen Anlass auftreten.

Die Sache sähe auch ganz anders aus, wenn Guillaume Hoarau auf die Idee käme, am Samstag für einen Showkampf selbst in den Ring zu steigen. Bei dem Titel der Medienmitteilung des Veranstalters, die da lautete: «Premiere: Guillaume Hoarau im Boxring», durfte man das zumindest annehmen. Solche gesundheitsgefährdende Showeinlagen würde der Klub natürlich nicht tolerieren.

«Wer dabei war, schwärmt heute noch»

Was bedeuten denn die musikalischen Auftritte des grossgewachsenen Leichtfusses, der musikalisch für Bob Marley schwärmt, für das Image der Young Boys? Offenbar ist der Franzose (obwohl derzeit verletzt) nicht nur auf dem Rasen ein Segen für den Verein, sondern auch als Entertainer. Am Season-Opener-Anlass im Park im Grünen auf dem Gurten habe er etwa mit seinen musikalischen Einlagen die Partner des BSC Young Boys in seinen Bann gezogen, erzählt Albert Staudenmann und hält fest:«Wer dabei war, schwärmt heute noch davon.»

Um einen ähnlichen Fall von hoher Popularität als Unterhaltungskünstler ausserhalb der YB-Stadionmauern zu finden, stösst man an seine Grenzen. Oder wie Staudenmann vielsagend meint: «Hoarau sorgt diesbezüglich bei YB für neue Dimensionen.»

Hoaraus Gastspiel mit Open Season am Wankdorffest vor zwei Jahren. Video: Martin Bürki

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