Zum Hauptinhalt springen

Hirschengraben: Fussgänger queren unterirdisch

Auf eine unterirdische Fussgängerpassage vom neuen Bahnhofzugang Bubenberg zum Hirschengraben könne «nicht verzichtet» werden, sagt das städtische Tiefbauamt. Der Gemeinderat hat nun einen Kredit verabschiedet, um das Projekt voranzutreiben.

Mit einer Fussgängunterführung sollen der Hirschengraben und Bubenbergplatz entlastet werden. In den Spitzenzeiten wird die Zahl der Fussgänger von 7000 auf mindestens 17'000 Personen pro Stunde steigen.
Mit einer Fussgängunterführung sollen der Hirschengraben und Bubenbergplatz entlastet werden. In den Spitzenzeiten wird die Zahl der Fussgänger von 7000 auf mindestens 17'000 Personen pro Stunde steigen.
Beat Mathys

Als der Bund vor zwei Wochen seine Finanzierungsabsichten für Nationalstrassen- und Agglo-Verkehrsprojekte bekanntgab, liess er der Stadt Bern einen Wermutstropfen ins Glas fallen: Den Verkehrsmassnahmen rund um den bis 2025 erneuerten Bahnhof gestand er bloss Priorität B zu mit Realisierungshorizont 2024.

Das sei zu spät, kritisierten Stadt und Kanton und kündigten an, beim Bund zu intervenieren. 2025 müssten die Verkehrslösungen umgesetzt sein, sonst drohe ein Verkehrskollaps.

Im Fokus der zusätzlichen Verkehrslösungen steht der neue Bahnhofzugang Bubenberg, der unter dem neuen Bubenbergzentrum durchführen wird, für das die Berner Büro B Architekten Ende 2017 den Projektwettbewerb gewonnen haben.

Dieser Zugang erschliesst neben den SBB-Geleisen auch den neuen Tiefbahnhof des RBS und wird dazu führen, dass sich die Zahl der Fussgänger, die den Knoten Bubenberg queren, mehr als verdoppelt – in den Spitzenzeiten von 7000 auf mindestens 17'000 Personen pro Stunde.

Die Unterführung führt vom Hirschengraben unter dem Bubenbergplatz durch zum Bahnhof. Quelle: Stadt Bern
Die Unterführung führt vom Hirschengraben unter dem Bubenbergplatz durch zum Bahnhof. Quelle: Stadt Bern

Projektieren für 6,8 Millionen

Jetzt ist klar, wie der Fussgängerverkehr gelenkt werden soll: ein Teil wie heute oberirdisch, ein anderer Teil in einer neuen Tiefpassage, die unterhalb des Knotens direkt von den neuen SBB-Anlagen zum Hirschengraben führt.

«Aufgrund der im Vorprojekt gewonnen Erkenntnisse weiss man nun, dass auf eine solche Passage zum Hirschengraben nicht verzichtet werden kann», hält Simon Bühler, Gesamtprojektleiter Zukunft Bahnhof Bern seitens der Stadt Bern, auf Anfrage fest. Nur so könne der Knoten Bubenberg die Anforderungen erfüllen.

Ohne den zusätzlichen unterirdischen Durchgang würden sich entweder die Fussgänger stauen – oder, bei einer Anpassung der Fussgänger-Grünphasen, der öffentliche Verkehr.

Am Freitag hat die Stadtregierung bekanntgegeben, dass sie die Planung der Fussgängerunterführung zusammen mit weiteren Verkehrsmassnahmen trotz der unklaren Signale seitens des Bunds vorantreiben will. Der Gemeinderat beantragt dem Parlament, den entsprechenden Projektierungskredit von 1,85 Millionen Franken auf 6.8 Millionen Franken aufzustocken.

Die neue unterirdische Passage habe keinen direkten Zusammenhang mit dem Ausmass der vorgesehenenen Verkehrsminderung auf der Achse Bahnhofplatz-Bubenbergplatz, beteuert das städtische Tiefbauamt. Gemäss dem im Vorprojekt erarbeiteten Betriebskonzept werde eine Reduktion des motorisierten Individualverkehrs bis 2025 um 50 Prozent angestrebt. Die unterirdische Passage sei selbst dann erforderlich, wenn dereinst weniger motorisierter Verkehr über den Bahnhofplatz fliessen sollte

Breitere Neubrückstrasse

Erreicht werden soll die Verkehrseduktion mit einem üppigen Massnahmenpaket. Zu den wichtigeren Bestandteilen gehören Abbiegeverbote von der Laupenstrasse und dem Bahnhofplatz in die Schanzenstrasse und umgekehrt von der Schanzenstrasse Richtung Bahnhofplatz. Auf der Achse Bollwerk-Bahnhofplatz-Bubenbergplatz wird es mehr Platz für ÖV, Velos und Fussgänger und weniger für Autos geben. Nötig würden auch zusätzliche Veloabstellplätze.

Spür- und sichtbar reorganisiert wird der Verkehr im Bereich der Reitschule: Bus und Velos fahren vom Bollwerk direkt über die verbreiterte Neubrückstrasse Richtung Bierhübeli. Der heutige Umweg über die Schützenmattstrasse entfällt ab 2025 – sofern der Bund seine Prioritätensetzung in der Finanzierung zugunsten Berns überdenkt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch