Zum Hauptinhalt springen

Hier würde selbst Onur trainieren

An der Berner Bolligenstrasse eröffnet Anfang Juni ein Fitnesscenter, unter dessen Dach Hot Yoga, Boxen, Pilates, Krafttraining, Kurse und Kunst vereint sind. Berner Künstler, darunter der weit gereiste Onur, haben zum Pinsel gegriffen.

Der 29-jährige Ravi Sinnathanby will Fitnesscentern mit Upcycling wieder mehr Seele geben.

An der Bolligenstrasse, wo die Post ein Hochregallager hatte, waren seit Anfang Monat Künstler am Werk. In einer 700 Quadratmeter grossen Halle haben Berner Maler wie Beautoxt, Kidpirate oder Arttwerk die grauen Wände mit ihren Kunstwerken verschönert.

Der Raum soll aber nicht als Kunstmuseum dienen, sondern als Bewegungsplattform. «Es soll rau sein und nicht den Normen entsprechen. Unser Logo wird nirgends auf Augenhöhe sein», sagt Ravi Sinnathanby, der das Unik-Training mit seinem Geschäftspartner Niklaus Jud führt.

Sie stampfen hier aber nicht eine neue Fitnessplattform aus dem Boden, die zuerst um Kunden buhlen muss. 2014 fingen sie mit Unik-Training auf 80 Quadratmetern auf dem Zentweg-Areal an. Laut seinen Angaben sei dies damals das erste Fitnesscenter mit industriellem Flair gewesen.

Der gebürtige Tamile versucht den Raum einzurichten, ohne viel Geld in die Finger zu nehmen. Dabei setzt er auf Tauschgeschäfte mit Kollegen und Bekannten: Malen gegen Training, Lampen verkabeln gegen Training, im Prinzip Arbeit gegen Abonnement.

Beim Einrichten setzt er auf Recycling und Secondhand: Der 29-Jährige schaut sich online nach Gratismobiliar um und hat selbst von Bernmobil Unterstützung, eine Tonne Bahngeleise haben sie ihm abgegeben. Einzelne SCB-Spieler hätten auch schon reingeschaut und einer habe sogar die Kurzhanteln gesponsert, erzählt Sinnathanby.

Der Raum und die Stimmung sollen die Leute länger im Fitnesscenter halten. Wer durch die Halle blickt, der wähnt sich in New York. Irgendwo in Brooklyn vielleicht, vor allem wenn dann noch ein DJ in der Ecke Musik auflegt und sonntags Breakdancer in der Mitte ihr Können zeigen.

Passend zum urbanen Feeling ist dazu das Kunstwerk des Solothurner Malers Onur, der während sieben Tagen dafür arbeitete. Das Werk ist das einzige, das der mittlerweile weltberühmte Künstler dieses Jahr in der Schweiz malen wird. Viele seiner Kunden sind Weltstars, warum der in Berlin lebende Künstler mitmacht, erzählt er im Video:

Hier hat Ravi Sinnathanby nun Platz und will nicht nur Fitnessgeräte hinstellen, sondern auch ein Boxareal, Hot Yoga - Yoga bei 30 Grad -, Hot Pilates und Functional Training anbieten. «Ich kenne Leute, die haben bis zu drei Abos an drei Orten, um verschiedene Sportarten auszuüben. Bei uns gibt es alles unter einem Dach.» So etwas zu wagen, sei zwar riskant, aber er sei ein Idealist und wolle etwas Neues anbieten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch